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offline evilein  

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Beitrag Re: 6. Türchen  06.12.2004 • 17:21


6. Dezember...Nikolausitag

Gibt es den Weihnachtsmann wirklich?
1) Keine bekannte Spezies der Gattung Rentier kann fliegen. ABER es gibt 300.000 Spezies von lebenden Organismen, die noch klassifiziert werden müssen, und obwohl es sich dabei hauptsächlich Insekten und Bakterien handelt, schließt dies nicht mit letzter Sicherheit fliegende Rentiere aus, die nur der Weihnachtsmann bisher gesehen hat.
2) Es gibt 2 Milliarden Kinder (Menschen unter 18) auf der Welt. ABER da der Weihnachtsmann (scheinbar) keine Moslems, Hindu, Juden und Buddhisten beliefert, reduziert sich seine Arbeit auf etwa 15 % der Gesamtzahl - 378 Millionen Kinder (laut Volkszählungsbüro). Bei einer durchschnittlichen Kinderzahl von 3,5 pro Haushalt ergibt das 91,8 Millionen Häuser. Wir nehmen an, dass in jedem Haus mindestens ein braves Kind lebt.

3) Der Weihnachtsmann hat einen 31-Stunden-Weihnachtstag, bedingt durch die verschiedenen Zeitzonen, wenn er von Osten nach Westen reist (was logisch erscheint). Damit ergeben sich 822,6 Besuche pro Sekunde. Somit hat der Weihnachtsmann für jeden christlichen Haushalt mit braven Kindern 1/1000 Sekunde Zeit für seine Arbeit: Parken, aus dem Schlitten springen, den Schornstein runterklettern, die Socken füllen, die übrigen Geschenke unter dem Weihnachtsbaum verteilen, alle übriggebliebenen Reste des Weihnachtsessens vertilgen, den Schornstein wieder raufklettern und zum nächsten Haus fliegen. Angenommen, dass jeder dieser 91,8 Millionen Stops gleichmäßig auf die ganze Erde verteilt sind (was natürlich, wie wir wissen, nicht stimmt, aber als Berechnungsgrundlage akzeptieren wir dies), erhalten wir nunmehr 1,3 km Entfernung von Haushalt zu Haushalt, eine Gesamtentfernung von 120,8 Millionen km, nicht mitgerechnet die Unterbrechungen für das, was jeder von uns mindestens einmal in 31 Stunden tun muss, plus Essen usw.
Das bedeutet, dass der Schlitten des Weihnachtsmannes mit 1040 km pro Sekunde fliegt, also der 3.000-fachen Schallgeschwindigkeit. Zum Vergleich: das schnellste von Menschen gebaute Fahrzeug auf der Erde fährt mit lächerlichen 43,8 km pro Sekunde. Ein gewöhnliches Rentier schafft höchstens 24 km pro STUNDE.

4) Die Ladung des Schlittens führt zu einem weiteren interessanten Effekt. Angenommen, jedes Kind bekommt nicht mehr als ein mittelgroßes Lego-Set (etwa 1 kg), dann hat der Schlitten ein Gewicht von 378.000 Tonnen geladen, nicht gerechnet den Weihnachtsmann, der übereinstimmend als übergewichtig beschrieben wird.
Ein gewöhnliches Rentier kann nicht mehr als 175 kg ziehen. Selbst bei der Annahme, dass ein "fliegendes Rentier" (siehe Punkt 1) das ZEHNFACHE normale Gewicht ziehen kann, braucht man für den Schlitten nicht acht oder vielleicht neun Rentiere. Man braucht 216.000 Rentiere. Das erhöht das Gewicht - den Schlitten selbst noch nicht einmal eingerechnet - auf 410.400 Tonnen. Nochmals zum Vergleich: das ist mehr als das vierfache Gewicht der Queen Elizabeth.

5) 410.400 Tonnen bei einer Geschwindigkeit von 1040 km/s erzeugt einen ungeheuren Luftwiderstand - dadurch werden die Rentiere aufgeheizt, genauso wie ein Raumschiff, das wieder in die Erdatmosphäre eintritt. Das vorderste Paar Rentiere muss dadurch 16,6 TRILLIONEN Joule Energie absorbieren. Pro Sekunde. Jedes. Anders ausgedrückt: sie werden praktisch augenblicklich in Flammen aufgehen, das nächste Paar Rentiere wird dem Luftwiderstand preisgegeben, und es wird ein ohrenbetäubender Knall erzeugt.
Das gesamte Team von Rentieren wird innerhalb von 5 Tausendstel Sekunden vaporisiert. Der Weihnachtsmann wird währenddessen einer Beschleunigung von der Größe der 17.500-fachen Erdbeschleunigung ausgesetzt. Ein 120 kg schwerer Weihnachtsmann (was der Beschreibung nach lächerlich wenig sein muss) würde an das Ende seines Schlittens genagelt - mit einer Kraft von 20,6 Millionen Newton.

Damit kommen wir zu dem Schluss: WENN der Weihnachtsmann irgendwann einmal die Geschenke gebracht hat, ist er heute tot.
 
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offline Adaxl  

nicht registriert
Beitrag 7. Türchen  07.12.2004 • 07:05


GEBRANNTE MANDELN
(selbst ausprobiert - total easy und superlecker)

200g ungeschälte Mandeln
8 gehäufte EL Zucker
1 gestrichener EL Zimt
6 EL Wasser

Das Ganze in eine feuerfeste Glasschüssel geben und vermischen. In der Mikrowelle 6-8 Minuten bei ca. 600-850 W erhitzen. Jeweils nach 2 Minuten umrühren.
Wenn die Masse bröckelig ist, dann ist sie fertig.

Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech schütten, eventuell mit einer Gabel trennen.

Sollte die Masse zu fest geworden sein, ein wenig Wasser dazu und nochmal leicht erhitzen.

Gutes Gelingen
Schönen Adventtag
Susanna
 
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offline evilein  

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Beitrag 8. Türchen  09.12.2004 • 11:46


nur ein Link - aber eine geniale Geschichte, auch wenn sie nicht weihnachtlich ist

http://www.online-roman.de/monat/monat041109.html
 
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offline evilein  

nicht registriert
Beitrag 9. Türchen  09.12.2004 • 12:20


noch ein Link - aber weihnachtlich - im gewissen Sinn

immer schön klicken!

http://www.come-to-ebeling.de/xmas1/
 
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offline Ute  

2.173 Beiträge

D - Niedersachsen
Beitrag Re: 8. Türchen  09.12.2004 • 12:31


Danke! Wirklich eine geniale Geschichte. zwinkern
 
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offline Ute  

2.173 Beiträge

D - Niedersachsen
Beitrag Re: 8. Türchen  09.12.2004 • 12:32


Huch, hatte Dein zweites Posting nicht gesehen.

Man muss auf die Stiefel klicken, aus denen ab und an ein Geschenk lugt. breites Grinsen
 
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offline Agrippine  

762 Beiträge

D - Würzburg
Beitrag Re: 7. Türchen  09.12.2004 • 13:22


Zitat von Adaxl

GEBRANNTE MANDELN

Vielen Dank für dieses Superrezept, habe ich sofort am Dienstag abend ausprobiert. Ich hab's übrigens nur mit der halben Menge Zucker gemacht, und das reicht für meinen Geschmack auch voll aus.

Aber gefährlich ist's trotzdem: Ich musste sie nachher wegpacken, sonst hätte ich direkt alle aufgegessen, so lecker sind die breites Grinsenbreites Grinsenbreites Grinsenbreites Grinsen!
 
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offline Niki  

825 Beiträge

D - Niedersachsen
Beitrag 10. Türchen  10.12.2004 • 10:06


4 Kerzen

Vier Kerzen brannten am Adventskranz. So still, dass man hörte, wie die Kerzen zu reden begannen.
Die erste Kerze seufzte und sagte: ICH HEISSE FRIEDEN.MEIN LICHT LEUCHTET, ABER DIE MENSCHEN HALTEN KEINEN FRIEDEN." Ihr Licht wurde immer kleiner und verlosch schließlich ganz.
Die zweite Kerze flackerte und sagte: "ICH HEISSE GLAUBEN. ABER ICH BIN ÜBERFLÜSSIG. DIE MENSCHEN WOLLEN VON GOTT NICHTS WISSEN. ES HAT KEINEN SINN MEHR, DASS ICH BRENNE." Ein Luftzug wehte durch den Raum, und die zweite Kerze war aus.
Leise und traurig meldete sich nun die dritte Kerze zu Wort. "ICH HEISSE LIEBE.ICH HABE KEINE KRAFT MEHR ZU BRENNEN. DIE MENSCHEN STELLEN MICH AN DIE SEITE. SIE SEHEN NUR SICH SELBST UND NICHT DIE ANDEREN, DIE SIE LIEB HABEN SOLLEN." Und mit einem letzten Aufflackern war auch dieses Licht ausgelöscht.
Da kam ein Kind in das Zimmer. Es schaute die Kerzen an und sagte:"Aber, Ihr sollt doch brennen- nicht aus sein!" Und fast fing es an zu weinen.
Da meldete sich auch die vierte Kerze zu Wort. Sie sagte:"HABT KEINE ANGST! SOLANGE ICH BRENNE, KÖNNEN WIR AUCH DIE ANDEREN KERZEN WIEDER ANZÜNDEN.ICH HEISSE HOFFNUNG."
Mit einem Streichholz nahm das Kind von dieser Kerze Licht und zündete die anderen Lichter wieder an.
 
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offline ursula-anna  

nicht registriert
Beitrag Re: 10. Türchen  10.12.2004 • 12:05


Hi Niki,

vielen Dank für das 10. Türchen. Man meint gerade du könntest Gedanken lesen. Genau diese Geschichte hat mir noch für meinen "Auftritt" am Sonntag gefehlt. Passt haargenau.

Gruesse
und einen schönen 3. Advent
ursula-anna
 
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offline Starspell  

263 Beiträge

D - Ruhrpott
Beitrag 11.Türchen für uns Frauen  10.12.2004 • 23:57


Als Gott dabei war, die Frau zu erschaffen, war er schon bei seiner sechsten
Überstunde. Ein Engel erschien, und fragte "Warum verbringst du so viel
Zeit damit???"

Gott antwortete "Hast du das Datenblatt dazu gesehen??? Sie muss komplett
waschbar sein, aber kein Plastik, muss über 200 bewegliche Teile haben, die
alle ersetzt werden können und ihr Körper muss auch laufen, wenn sie sich
nur mit Diätcola und kleinen Snacks ernährt. Sie muss ein Schoß haben, auf
dem vier Kinder gleichzeitig sitzen können, sie muss einen Kuss haben, der
alles heilen kann, von einem aufgekratzten Knie bis zu einem gebrochenen
Herzen - und sie wird alles nur mit zwei Händen machen."

Der Engel war über die Ansprüche erstaunt "Nur zwei Hände!? Und das beim
Standardmodell??? Das ist zu viel Arbeit für einen Tag. Warte bis morgen um
sie fertig zu machen."

"Das werde ich nicht", protestierte Gott, "ich bin so nah dran, diese
Kreation, die mir so ans Herz gewachsen ist zu fertigen. Sie kann sich
bereits selbst heilen UND kann 18 Stunden am Tag arbeiten."

Der Engel trat näher und berührte die Frau, "Aber du hast sie so weich
gemacht, Gott."

"Sie ist weich", stimmte Gott zu, "aber ich habe sie auch hart gemacht. Du
hast keine Ahnung, was sie dulden bzw. durchsetzen kann."

"Wird sie denken können?", fragte der Engel.

Gott antwortete, "sie wird nicht nur denken können, sie wird erörtern und
verhandeln können .... besser als ein Mann."

Der Engel bemerkt etwas, streckt seine Hand aus, und berührt die Wange der
Frau. "Oops, es sieht aus, als hättest du eine undichte Stelle in diesem
Modell. Ich habe dir gleich gesagt, daß das alles zu viel Arbeit für einen
Tag ist."

"Das ist keine undichte Stelle", korrigierte Gott, "das ist eine Träne."

"Für was ist die Träne?" fragte der Engel.

Gott antwortete: "Die Träne ist eine Möglichkeit, mit der sie ihre Freude,
ihren Schmerz, ihren Kummer, ihre Enttäuschung, ihre Liebe, ihre Einsamkeit,
ihr Bekümmernis und ihren Stolz ausdrücken kann."

Der Engel war beeindruckt: "Gott du bist ein Genie. Du hast an alles
gedacht! Frauen sind wirklich erstaunlich."

Und sie ist es wirklich! Frauen haben Stärke, um Männer zu erstaunen. Sie
ertragen Not und tragen Belastungen, aber sie halten immer Freude, Liebe und
Glück in sich. Sie lächeln, wenn sie schreien möchten. Sie singen, wenn sie
weinen möchten. Sie weinen, wenn sie glücklich sind und lachen, wenn sie
nervös sind. Sie kämpfen für das an das sie glauben, sie stehen auf gegen
Ungerechtigkeit. Sie akzeptieren kein "Nein", wenn sie denken, daß es eine
bessere Antwort gibt. Sie gehen ohne alles, damit Ihre Familien haben was
sie brauchen. Sie gehen zum Doktor mit einem ängstlichen Freund. Sie lieben
ohne Vorbehalt. Sie weinen, wenn ihre Kinder hervorragende Leistungen
erbringen und jubeln, wenn ihre Freunde Auszeichnungen bekommen. Sie freuen
sich wenn sie von einer Geburt oder einer Hochzeit hören. Ihre Herzen ,
brechen wenn ein Freund stirbt. Sie sind bekümmert über den Verlust eines
Familienmitgliedes. Sie sind stark, auch wenn sie denken, daß es keinen
Ausweg mehr gibt. Sie wissen, daß ein Kuss und eine Umarmung ein gebrochenes
Herz heilen können.

Frauen gibt es in allen Formen, Größen und Farben. Sie würden zu dir fahren,
fliegen, laufen, rennen oder E-mailen nur um zu zeigen wie sehr sie sich um
dich kümmern. Das Herz einer Frau ist was die Welt zu einem schönen Ort
macht.

Sie bringen Freude, Liebe und Hoffnung. Sie haben Mitgefühl und Ideale. Sie
geben ihren Freunden und ihrer Familie moralischen Beistand.

Frauen haben wichtige Dinge zu sagen und geben ALLES!!!

Wie auch immer..., wenn es einen Fehler bei Frauen gibt, ist es der, daß sie
vergessen was sie wert sind.



Liebe Grüße Patricia
Der Weg zu meinem *schlanken ICH*!
 
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offline Birgit H.  

971 Beiträge

D - Rastede
Beitrag Re: 11.Türchen für uns Frauen  11.12.2004 • 01:10


Danke!





Werden heißt Ringen.
 
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offline mokus  

nicht registriert
Beitrag Re: 11.Türchen für uns Frauen  11.12.2004 • 07:56


Bin sprachlos! Danke! verliebt
 
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offline evilein  

nicht registriert
Beitrag Re: 12.Türchen  12.12.2004 • 00:57


Die Weihnachtskatze von James Herriot(1916 - 1995)

Wenn ich an Weihnachten denke, fällt mir immer eine ganz bestimmte kleine Katze ein. Zum erstenmal begegnete ich ihr an einem Herbsttag, als Mrs. Ainsworth mich gebeten hatte, nach einem ihrer Hunde zu sehen. Überrascht schaute ich mir das kleine struppige Geschöpf an, das da vor dem Kamin saß.
„Ich wußte gar nicht, daß Sie eine Katze haben“, sagte ich.
Mrs. Ainsworth lächelte. „Wir haben auch keine. Das ist Debbie. Sie ist eine Streunerin. Sie kommt zwei- oder dreimal in der Woche, und wir geben ihr etwas zu fressen.“
„Haben Sie den Eindruck, daß sie bei Ihnen bleiben möchte?“
„Nein.“ Mrs. Ainsworth schüttelte den Kopf. „Sie ist ein scheues kleines Ding. Kommt hereingeschlichen, frißt ein bischen, und schon ist sie wieder weg. Sie hat etwas Rührendes, aber sie will offenbar weder mit mir noch mit irgend jemand sonst etwas zu tun haben.“
Ich sah mir die Katze wieder an. „Aber heute will sie nicht einfach nur gefüttert werden.“
„Das stimmt. Es ist komisch, aber ab und zu kommt sie hereingehuscht und sitzt ein paar Minuten am Kamin. Als ob sie sich einmal etwas Gutes gönnen möchte.“
„Ja, ich verstehe.“ Es war etwas Außergewöhnliches in Debbies Haltung. Sie saß kerzengerade auf dem dicken Teppich vor dem Kamin und machte keine Anstalten, sich zusammenzurollen oder zu putzen, sondern blickte nur still vor sich hin. Und irgend etwas an dem staubigen Schwarz ihres Fells, ihrem halbwilden, mageren Äußeren sagte mir, daß das hier ein besonderes Ereignis in ihrem Leben war, eine seltene und wunderbare Sache. Sie genoß voll Wonne eine Behaglichkeit, von der sie sonst nicht einmal träumen konnte.
Während ich sie noch beobachtete, drehte sie sich um, schlich lautlos aus dem Zimmer und war fort. „So ist das immer mit Debbie“, lachte Mrs. Ainsworth. „Sie bleibt nie länger als zehn Minuten.“
Mrs. Ainsworth war eine mollige Frau mit freundlichem Gesicht, etwas über vierzig und genau so, wie ein Tierarzt sich seine Kunden wünscht - wohlhabend, großzügig und Besitzerin von drei verhätschelten Bassets. Der für diese rasse typische leidende Gesichtsausdruck brauchte sich nur ein wenig zu verstärken, und schon geriet Mrs. Ainsworth in größte Aufregung und eilte ans Telefon.
Meine Besuche bei Mrs. Ainsworth waren deshalb häufig, aber ohne ernsten Hintergrund, und ich hatte reichlich Gelegenheit, die Katze zu beobachten, die mich brennend interessierte. Einmal lagen die drei Bassets malerisch auf dem Kaminteppich und schnarchten, während Debbie in ihrer üblichen Haltung mitten unter ihnen saß - aufrecht, angespannt, den Blick traumverloren auf die glühenden Kohlen gerichtet.
Diesmal versuchte ich mich mit ihr anzufreunden. Mit geduldigem Schmeicheln und sanftem Zureden gelang es mir, mit einem Finger ihren Hals zu streicheln. Sie antwortete darauf, indem sie sich an meiner Hand rieb, wandte sich aber gleich danach zum Aufbruch. Sobald sie aus dem Haus war, schoß sie durch eine Lücke in der Hecke, und das letzte, was ich sah, war eine kleine schwarze Gestalt, die über das nasse Feld flitzte.
„Ich möchte nur wissen, wohin sie geht“, sagte ich leise vor mich hin.
Mrs. Ainsworth stand plötzlich neben mir. „Wir sind bis heute nicht dahintergekommen.

Erst am Weihnachtsmorgen hörte ich wieder von Mrs. Ainsworth. Sie entschuldigte sich gleich: „Es tut mir so leid, Mr. Herriot, daß ich Sie ausgerechnet heute belästige.“ Aber bei aller Höflichkeit konnte sie die Sorge in ihrer Stimme nicht verbergen. „Es ist wegen Debbie. Irgend etwas stimmt nicht mit ihr. Bitte kommen Sie schnell.“
Als ich über den Marktplatz fuhr, dachte ich wieder einmal, daß Darrowby an Weihnachten aussah wie zur Zeit von Charles Dickens: der menschenleere Platz mit dem hohen Schnee auf dem Kopfsteinpflaster, der auch von den Traufen längs der gitterbekrönten Dachkanten herabhing, die bunten Lichter der Christbäume, die durch die Fenster der dicht zusammengedrängten Häuser funkelten, freundlich und einladend vor dem kalten Weiß der dahinterliegenden Hügel.
Mrs. Ainsworths Haus war über und über mit Lametta und Stechpalme geschmückt; aus der Küche drang ein verführerischer Duft von Truthahn mit Salbei- und Zwiebelfüllung. Aber ihre Augen blickten sorgenvoll, als sie mich durch die Diele führte. Debbie lag regungslos auf der Seite, und dicht neben ihr, an sie geschmiegt, ein winziges schwarzes Kätzchen. „Ich habe sie einige Wochen nicht gesehen“, sagte Mrs. Ainsworth. „Dann kam sie vor etwa zwei Stunden hierher - stolperte irgendwie herein und trug das Junge im Maul. Sie legte es auf den Teppich, und ich habe mich zuerst darüber amüsiert. Aber dann sah ich, daß etwas nicht stimmte.“
Ich kniete nieder und fühlte mit der Hand über Debbies Hals und Rippen. Sie war magerer als je zuvor, ihr Fell war schmutzig und schlammverkrustet. Als ich ihr Augenlid herunterzog und die glanzlose weiße Bindehaut sah, wußte ich Bescheid. Während ich den Unterleib abtastete, schlossen sich meine Finger um einen harten Knoten tief in den Eingeweiden. Fortgeschrittenes Lymphosarkom. Endstadium und hoffnungslos.
Ich sagte es Mrs Ainsworth. „Sie liegt im Sterben - im Koma; sie leidet nicht mehr.“
„Oh, das arme Ding!“ Sie schluchzte und streichelte immer wieder den Kopf der Katze, während ihre Tränen auf das verfilzte Fell tropften. „Was muß sie durchgemacht haben! Ich hätte mehr für sie tun sollen.“
Ein paar Augenblicke schwieg ich, denn ich verstand ihren Kummer. Dann sagte ich beruhigend: „Niemand hätte mehr tun können, als Sie getan haben.“
„Aber ich hätte sie hierbehalten sollen - sie hätte es gut gehabt. Es muß schrecklich gewesen sein da draußen in der Kälte, als sie so krank war. Und dann hatte sie auch noch Junge! Wie viele mögen es wohl gewesen sein?“
Ich zuckte die Achseln. „Das werden wir wohl nie erfahren. Vielleicht nur dieses eine. Manchmal kommt das vor. Und ausgerechnet zu Ihnen hat sie es gebracht, überlegen Sie mal.“
„Ja, das schon.“ Als Mrs. Ainsworth das schmutzige schwarze Bündel aufhob, öffnete sich das winzige Mäulchen zu einem tonlosen Miau. „Ist das nicht seltsam? Sie war schon halb tot und brachte ihr Junges hierher. Und gerade zu Weihnachten.“
Ich beugte mich nieder und legte die Hand auf Debbies Herz. Es schlug nicht mehr. Ich hüllte den kleinen Körper in ein Tuch und trug ihn in den Wagen. Als ich zurückkam, streichelte Mrs. Ainsworth noch immer das Kätzchen, und ihre Tränen waren versiegt. „Ich hatte noch nie in meinem Leben eine Katze.“
Ich lächelte. „Nun, es sieht ganz so aus, als hätten Sie jetzt eine.“

Das Kätzchen wuchs rasch zu einem schönen Kater heran, dem sein ungestümes Wesen den Namen Frechdachs einbrachte. Er war in jeder Hinsicht das Gegenteil seiner scheuen Mutter. Wie ein König stolzierte er über die prächtigen Teppiche im Hause Ainsworth.
Bei meinen Besuchen beobachtete ich mit Vergnügen, wie er sich entwickelte, und ganz besonders gern erinnere ich mich an das Weihnachtsfest ein Jahr nach seinem Einzug.
Ich war wie üblich unterwegs gewesen - die Tiere haben bis heute nicht gelernt, Weihnachten als einen Feiertag anzusehen. Das viele Anstoßen mit gastfreundlichen Bauern hatte mich in eine rosige Stimmung versetzt, und auf dem Heimweg hörte ich Mrs. Ainsworth rufen: „Frohe Weihnachten, Mr. Herriot! Kommen Sie herein, und trinken Sie etwas zum Aufwärmen!“ Das Aufwärmen hatte ich nicht nötig, aber ich fuhr ohne zu zögern in die Auffahrt. Im Haus war alles froh und festlich wie ein Jahr zuvor. Und diesmal gab es keinerlei Grund zu irgendeinem Kummer - Frechdachs war ja da.
Mrs. Ainsworth lachte. „Wissen Sie, für die Hunde ist er ein rechter Quälgeist.“ Für die Bassets war das Auftauchen des Katers so etwas wie das Eindringen eines Flegels in einen exklusiven Klub.
„Ich möchte Ihnen etwas zeigen.“ Mrs. Ainsworth nahm einen harten Gummiball von einem Schränkchen und ging hinaus. Frechdachs folgte ihr. Sie warf den Ball über den Rasen, und der Kater sprang ihm nach; dabei konnte man seine Muskeln unter dem schwarzglänzenden Fell spielen sehen. Er packte den Ball mit den Zähnen, trug ihn zu seiner Herrin, ließ ihn fallen und wartete gespannt. Ich traute meinen Augen nicht. Eine Katze, die apportierte!
Die Bassets schauten voller Verachtung zu. Nichts hätte sie jemals dazu bringen können, hinter einem Ball herzujagen.
Mrs. Ainsworth wandte sich zu mir: „Haben Sie so etwas schon einmal gesehen?“
„Nein“, erwiderte ich, „noch nie. Das ist ja wirklich ein ganz besonderer Kater.“
Sie nahm Frechdachs auf, hielt ihn dicht ans Gesicht und lachte, als er schnurrte und sich verzückt an ihre Wange schmiegte.
Als ich ihn ansah, ein Bild des Glücks und der Zufriedenheit, mußte ich an seine Mutter denken. Ging ich zu weit, wenn ich mir vorstellte, daß diese todkranke Kreatur mit letzter Kraft ihr Junges zu dem einzigen behaglich warmen Plätzchen brachte, das sie je kennengelernt hatte, in der Hoffnung, daß es ihm dort gut gehen werde? Vielleicht.
Aber ich war offenbar nicht der einzige, der so dachte. Mrs. Ainsworth lächelte mir zu. „Debbie würde sich freuen“, sagte sie.
Ich nickte. „Ja, ganz sicher. Es war genau heute vor einem Jahr, als sie ihn herbrachte, nicht wahr?“
„Ja.“ Sie drückte Frechdachs an sich. „Das schönste Weihnachtsgeschenk, das ich je bekommen habe.“
 
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offline Niki  

825 Beiträge

D - Niedersachsen
Beitrag Re: 12.Türchen  12.12.2004 • 11:03


Hallo Evilein, das ist ja eine schöne Weihnachtsgeschichte. Ich werde sie gleich einer Freundin, die Tierärztin ist und auch eine Katze hat schenken.
LG Niki
 
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offline Starspell  

263 Beiträge

D - Ruhrpott
Beitrag Re: 12.Türchen  12.12.2004 • 12:50


Wunderschön!

Mir kullern die Tränen........



Liebe Grüße Patricia
Der Weg zu meinem *schlanken ICH*!
 
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