Forum  Suchen
80.838 Beiträge in 7.357 Themen (ø 16 Beiträge pro Tag)
nicht eingeloggt

 Forenübersicht » Ernährung » Kräuter & Gewürze » Bärlauch

« vorheriges Thema | nächstes Thema »
Seiten (1): (1)
Autor
Beitrag
offline Carrie  

204 Beiträge

D - Düsseldorf
Beitrag Bärlauch  28.06.2005 • 21:02


Der Bärlauch (Allium ursinum) ist eine Art aus der Gattung der Zwiebelartigen (Allium) und somit verwandt mit Schnittlauch, Zwiebel und Knoblauch. Im Volksmund wird der früher als würzendes Küchenkraut verwendete Lauch auch Wilder Knoblauch, Waldknoblauch, Hexenzwiebel, Wilder Lauch, Ramsell, Waldlauch oder Zigeunerlauch genannt.

Für Bären ist diese Pflanze eine erste Nahrung nach dem Winterschlaf. Der deutsche Name bzw. auch der botanische Name leitet sich dieser Vorliebe ab.

Bärlauch ist eine etwa 20 bis 50 Zentimeter hohe Pflanze mit geradem, zwei- oder dreikantigem aufrechtem Stängel. Die Pflanze hat grundständige, ei-lanzettförmige Blattspreiten, die jeweils zwei bis fünf Zentimeter breit sind, und blüht mit vielen weißen, sternförmigen Blüten in einem doldigen Blütenstand aus fünf bis zwanzig Blüten mit je sechs Blütenblättern. Sein Geruch ähnelt dem Knoblauch, ist aber weniger stark ausgeprägt. Seine Blätter erscheinen ab Februar/März, er blüht von April bis Juni, und mit der Blüte endet die Erntezeit. Die zwei bis drei Millimeter großen Samen des Bärlauchs haben kleine fleischige Anhängsel, so genannte Elaiosomen, die ihre Verschleppung durch Ameisen und die erfolgreiche Verbreitung der Pflanzen sicherstellen. Allerdings produziert nur etwa die Hälfte der Blüten fruchtbare Samen, da die Befruchtungsrate der Blüten sehr gering ist. Als typischer Frühjahrsgeophyt beendet der Bärlauch seinen Wachstumszyklus Ende Mai nach dem Abblühen, und die Pflanze zieht wieder in die Erde ein.

Verwertung
Bärlauch ist eine sehr alte Heilpflanze und war schon den Germanen und Kelten bekannt. In jungsteinzeitlichen Siedlungen des Alpenvorlandes fand man erstaunlich häufig Überreste vom Bärlauch. Weil die Pflanze als Viehfutter wenig brauchbar ist (Tiere, die davon gefressen haben, geben ungenießbare Milch), ist es wahrscheinlich, dass die Menschen sie bereits vor 5000 Jahren in der Küche verwandten. Bärlauch enthält unter anderem ätherisches Öl mit dem Bestandteil Vinylsulfid, außerdem Mercaptan, Vinylpolysulfide sowie Mineralsalze.

Bärlauch in der Küche
Der Bärlauch ist eine altbekannte Gemüse-, Gewürz- und Heilpflanze, die seit einigen Jahren eine Renaissance erlebt. Die Pflanze ist zwar komplett essbar, genutzt werden aber vorwiegend die Blätter, frisch als Gewürz oder Gemüse in der Frühjahrsküche. Mittlerweile gibt es immer mehr Köche, die Bärlauch verwenden. In den Reformhäusern hat der Bärlauch in den letzten Jahren als Pesto Einzug gehalten. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass der Pesto keinen Käse enthält, dann ist er lange, oft über Jahre hinweg haltbar. Bärlauch verliert durch Erhitzen wertvolle Geschmackstoffe und büßt seinen hohen Vitamin-C-Gehalt ein. Vor allem aber werden durch die Hitzeeinwirkung die schwefelhaltigen Stoffe verändert, welche maßgeblich für Geschmack und Heilwirkung sind. Daher wird empfohlen, Bärlauch lieber kleingeschnitten und roh untergemischt unter Salate oder andere Speisen zu sich zu nehmen.

Bärlauch in der Heilkunst
Bereits die Römer kannten den Bärlauch als "Herba salutaris", was soviel bedeutet wie Heilkraut, und schätzten ihn als magen- und blutreinigendes Mittel. Der mittelalterliche Pflanzenkundler Tabernaemontanus hingegen schätzte Bärlauch überhaupt nicht: "Dieses ist in seiner gantzen Substanz eines ublen starcken Geruchs unnd bösen Geschmacks: also dass wann das Rindviehe es inder Weyde versucht/ so schmackt unnd reucht die Milch/ Käss und die Butter so starck nach dem Knoblauch/ dass dieselbige nicht leichtlich kan genossen werden", aber Hieronymus Bock und Matthiolus erwähnen ihn lobend und einige hundert Jahre später schreibt der Kräuterpfarrer Künzle: "Wohl kein Kraut der Erde ist so wirksam zur Reinigung von Magen, Gedärmen und Blut wie der Bärlauch."

Über die tatsächliche medizinische Wirkung liegen keine gesicherten Kenntnisse vor. Die Volksmedizin schreibt der Pflanze positive Wirkungen bei Arteriosklerose, Bluthochdruck und Verdauungsstörungen zu, insbesondere bei Appetitlosigkeit, Blähungen und Durchfall. Er wirkt angeblich auch schwach blutdrucksenkend und gilt als gutes pflanzliches Antibiotikum.

Bärlauch im Volksglauben
Die Kelten in Wales verehrten die Pflanze und aßen sie vor der Schlacht, um gestärkt davon in den Kampf zu ziehen. Das Waliser Wappen war ursprünglich mit Bärlauch (inzwischen nur Lauch) versehen.

Alles rund um den Bärlauch findet Ihr in:

http://www.baerlauch.net



Liebe Grüße
Heike
 
    top
 
Seiten (1): (1)
« vorheriges Thema | nächstes Thema »

Gehe zu:    

Besucher
869 Mitglieder. Online: keine Mitglied(er) und 15 Gäste. Neuestes Mitglied: Orangerot
Mit 121 Besuchern waren am 25.08.2015 • 19:17 die meisten Besucher gleichzeitig online.
Geburtstag   Wir gratulieren ganz herzlich zum Geburtstag:
Petra71 (46), Jeana (55)
Online-Status bezogen auf die letzten 15 Minuten Beiträge der letzten 24 Stunden