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offline Mirabelle  

44 Beiträge
Beitrag verzeihen  11.08.2005 • 16:33


Ich freue mich, dass ich vergeben konnte.

Lange Zeit haben mich Worte von jemandem tief verletzt. Jetzt weiß ich, dass diese Worte mit mir nichts zu tun haben. Ich gebe sie dorthin zurück, wo sie hingehören, also bei dem, der mich bewusst verletzen wollte.

Ich habe ihm verziehen.
Mir geht es soooooo gut. Meine Wunden sind geheilt. Es gibt kein Päckchen mehr zu tragen und auch werde ich nicht mehr weiter vergiftet.
Liebe Grüße Mirabelle



Suche das Glück nicht dort,
wo es nicht zu finden ist.
 
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offline Corax  

585 Beiträge

D - Bayern
Beitrag Re: verzeihen  14.08.2005 • 12:16


Hi Mirabelle,
ich bewundere dich, dass dir das mit dem Verzeihen gelungen ist. Ich habe auch zwei Kandidaten, denen ich um meinetwillen dringend verzeihen muss. Offen gestanden sind es sogar Personen, mit denen ich inzwischen gar nicht mehr viel zu tun habe. Aber die Erinnerung an Bemerkungen und Verhalten macht mich unglaublich wütend.
Leider waren es bei mir mit der Verzeih-Übung leere Worte. Innerlich hab ich es nicht geschafft.

LG
7schlaeferchen
 
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offline lunija  

nicht registriert
Beitrag Re: verzeihen  26.09.2005 • 12:51


Liebe Mirabelle,

toll, ich bewundere Dich auch! In meinem Menschen gibt es drei Menschen, denen ich dringend verzeihen müsste.

Wie hast Du's angestellt? Wie hast Du den schmerz, die Wut, die Verletzungen, die Sehnsucht nach Rache losgelassen?

Ich würde mich über einen Tipp von Dir riesig freuen.

Handelt es sich eigentlich um eine Person, mit der Du noch zu tun hast? Ich habe nämlich 2 Kandidatinnen, mit denen ich sehr eng zu tun habe. Wenn ich gerade mal über eine Sache hinweg bin, würgen die mir gleich die nächste rein. Keine gute Situation ,um zu verzeihen *seufz*

Danke sagt
LUnija
 
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offline Fanette  

nicht registriert
Beitrag Re: verzeihen  29.09.2005 • 14:14


Hallo Mirabelle,

gratuliere, dass es dir gelungen ist...
Ich bin überzeugt, dass es ein sehr befreiendes Gefühl ist.

Mich würde es auch sehr interessieren, wie man es schafft?
Kannst du etwas mehr darüber schreiben?

Danke im Voraus,
Fanette
 
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offline lunija  

nicht registriert
Beitrag Re: verzeihen  29.09.2005 • 15:07


Hallöchen,

ich habe ja selbst um mehr Info gebeten, aber nun kann ich auch viellelicht helfen, denn das Thema hat mich nicht losgelassen und hat auch in letzter Zeit einiges in mir hervorgebracht.

Ich erinnere mich an eine Affirmation, die ich vor Jahren mal in einem Buch gelesen habe (das ich wohl schleunigst wieder mal zur Hand nehmen sollte):

Ich sehe den Schmerz derer, die mich verletzen

Meine Schwester zum BEispiel - Spitzenkandidatin fürs Verzeihen in meinem Leben - hat, glaube ich, einfach so tiefgreifende Störungen und Probleme, dass sich langsam aber sicher bei mir ein großes Mitgefühl für sie breit macht. Ich denke, das ist der erste schritt zum Verzeihen. An den anderen beiden Kandidaten arbeite ich noch zwinkern

In diesem Sinne, weg mit dem Ballast. Was nützt es eigentlich der Person, der ich nicht verzeihen kann? Nichts. ABer was schadet es ihr? Im zweifelsfalle auch nichts. Das heißt, ich schade mir nur selber, wenn ich diese Pakete Haß und Wut mit mir rumtrage.

Lieben Gruß
lunija
 
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offline Sloompie  

nicht registriert
Beitrag Re: verzeihen  30.09.2005 • 00:42


Zitat von lunija

In diesem Sinne, weg mit dem Ballast. Was nützt es eigentlich der Person, der ich nicht verzeihen kann? Nichts. ABer was schadet es ihr? Im zweifelsfalle auch nichts. Das heißt, ich schade mir nur selber, wenn ich diese Pakete Haß und Wut mit mir rumtrage.

Lieben Gruß
lunija

Hallo,
Nun, du kennst meine Geschichte, und ich kann Dir nur recht geben..im Grunde schadet man nur sich selbst....und wenn man selber den ersten Schritt gemacht hat, dann kann man den Ballast ablegen...
glaub mir ich weiß wovon ich spreche!! zwinkern
und das tut richtig gut,weil man wieder offen für andere Dinge ist.
Ganz Lieben Gruß
Sloompie
 
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offline Fanette  

nicht registriert
Beitrag Re: verzeihen  01.10.2005 • 11:22


Zitat von lunija

Ich erinnere mich an eine Affirmation, die ich vor Jahren mal in einem Buch gelesen habe (das ich wohl schleunigst wieder mal zur Hand nehmen sollte):

Ich sehe den Schmerz derer, die mich verletzen

Danke Lunija für diesen Denkanstoss... und du hast vollkommen recht, man schadet sich nur selber, in dem man diese Pakete mit sich rumschleppt...

Allerdings meinte ich vielmehr der Fall, wenn der "Kandidat" nicht mehr da ist, wenn man keine Möglichkeiten mehr hat zu verstehen, zu sehen oder mit ihm zu sprechen... Wenn es nicht mehr möglich ist, selbst einen Schritt zu machen oder zu hoffen, dass der andere ihn tun wird...

Wie bringt man dann seine Schmerzen, seine Verletzungen dazu zu heilen? Wie lernt man seine Sehnsucht nach Aussprache, nach begreifen los zu lassen ? Und wie lernt man (auch noch nach langer Zeit) zu vergessen?

Es gibt sicherlich einen Weg vermutlich tief in sich hinein, aber ich habe ihn noch nicht gefunden...

Liebe Grüße,
Fanette
 
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offline christine  

nicht registriert
Beitrag Re: verzeihen  10.12.2005 • 00:51


Vor kurzem wurde ich gebeten, am kommenden Samstag genau über dieses Thema einen Vortrag zu halten. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob ich diesen Auftrag annehmen werde. Zur Zeit sammle ich Informationen und bin so auf diesen Thread gestoßen.

Es ist interessant bei euch zu lesen, jedoch so richtig fündig werde ich hier auch nicht. Ihr tut euch wohl, genau wie ich, mit dieser Problematik auch sehr schwer.

Im Laufe meines Lebens habe ich mich schon mehrmals mit der Thematik des Vergebens und Verzeihens befasst und möchte euch sagen, dass es völlig normal und auch richtig ist, sich eine Zeitlang intensiv mit dem Trauma nicht ausgeheilter Verletzungen zu beschäftigen.

Gerade bei Fällen grober Grenzüberschreitungen kann man gar nicht erwarten, dass der Betroffene innerhalb kurzer Zeit vergeben kann. Selbst wenn der Brand bereits gelöscht ist, so bleibt dennoch eine Restbestand des ursprünglichen Feuers an der Psyche haften.

Verzeihen - Vergeben.... Allein der Gedanke daran läßt die ohnmächtige Frustration oftmals wieder hochkommen.

Wenn ihr mich fragt, müsste derjenige, dem es gelingt schwerwiegende Verstöße gegen seine Menschenwürde zu vergeben, eigentlich heilig gesprochen werden. Diese Person ist in meinen Augen schon fast im Begriff, ins Himmelreich auf Erden einzugehen.

@Mirabelle - ich bewundere dich auch!

@Fanette

Zitat

Allerdings meinte ich vielmehr der Fall, wenn der "Kandidat" nicht mehr da ist, wenn man keine Möglichkeiten mehr hat zu verstehen, zu sehen oder mit ihm zu sprechen...

oh, Fanette, du tust mir richtig Leid. Das ist ein ganz besonderer Fall. Sicher weißt du, dass an solchen Geschichten immer beide Parteien die Schuld trifft und jeder versuchen muss mit seinem Anteil fertig zu werden.

In dem von dir geschilderten Fall, sieht es jedoch anders aus. Du hast gleich zwei Päckchen zu tragen. Nämlich das deinige und das, welches du von deinem "Streitpartner" aufgebürdet bekommst.
Mein Gott, das ist ja schon fast unmenschlich. Ich wünsche dir von Herzen, dass du einen Weg findest, damit fertig zu werden.

Weißt du was? Jetzt nehme ich meinen Auftrag erst recht an. Wenn ich hilfreiche Wege finde, werde ich sie hier posten.

Ganz liebe Grüße
Christine
 
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offline Mirabelle  

44 Beiträge
Beitrag Re: verzeihen  10.12.2005 • 12:13


Hallo Ihr Lieben,
jetzt ist es schon so lange her, dass ich den Artikel über meine Erleichterung geschrieben habe. Jetzt erst sehe ich, dass einige darauf angesprochen wurden.
Wie ich es geschafft habe?
Ja, wie ich schon sagte, ich habe erkannt, dass die Worten und Taten mit mir nichts zu tun hatten. Sie betrafen den Jenigen, der sie äußerte selbst. Es war seine Sicht der Dinge.
Da ich niemanden vorschreiben kann, wie er etwas empfindet, oder wie sich ausdrückt, bleibt es mir, mich damit auseinanderzusetzen.
Ich glaube, dass in der Hauptsache es auf die Person ankommt, die einen verletzt. Spielt sie in meinem Leben eine große Rolle, dann sind die Verletzungen sehr tief. Da man endlos enttäuscht ist.
In diesem Falle musste ich feststellen, dass ich getäuscht worden bin. Die verletzenden Worte wurden an mich gerichtet, damit ich ruhig bin und mich schuldig fühle. Das war gelungen! Ich war schachmatt gesetzt worden.
Es ist nicht so einfach, zu verzeihen. Es ist auch nicht so einfach, zu sagen, das ist die Angelegenheit des anderen. Aber die Frage" "Wessen Angelegenheit ist es?" ist vielleicht ganz wirksam.
Liebe Grüße Mirabelle



Suche das Glück nicht dort,
wo es nicht zu finden ist.
 
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offline christine  

nicht registriert
Beitrag Re: verzeihen  10.12.2005 • 21:56


Jetzt fällt mir grad was ein. In TEIL 7 wurde uns neben den Affirmationen eine weitere Mental-Technik, nämlich das Kopfkino, vorgestellt. Ich bin nun am überlegen, ob man diese wunderbare Technik nicht auch dazu verwenden kann, vergeben zu können, um somit alte Wunden zu heilen? Wieso?

Nun... wir haben gelernt, daß unser Unterbewußtsein zwischen "real" und "Gedanke" nicht unterscheiden kann. Es erkennt beides als Realität an. Vielleicht liegt ja da der Schlüssel zum Vergeben können.

Nach dieser Methode müssten wir eigentlich nur an den Ursprung des Geschehens zurück und die Geschichte neu ablaufen lassen.

Aus Erfahrung lernt man, das ist bekannt. Wenn ich diese ST-Einheiten richtig verstehe, so ist es ganz egal, ob ich diese Erfahrungen tatsächlich oder nur gedanklich gemacht habe. Wir können uns fragen: "wie hätte ich gehandelt mit den Erfahrungen und dem Wissen von heute? Was hätte ich anders gemacht?"

Mein neues Handeln setzte ich nun an die Entstehung und durchlebe die damalige Situation mit meinem heutigen Wissen noch einmal neu. Dazu nutze ich die Technik der Werbung und wiederhole diesen Film permanent, bis er schließlich in mein Unterbewußtsein eingegangen ist.
Mit dieser Methode können wir zwar unsere Vergangenheit nicht ändern, aber wir können sie neu schreiben und somit schreiben wir auch unsere Gegenwart und unsere Zukunft neu. Dabei können wir das lernen und erleben, was wir heute brauchen um glücklich zu sein.

So könnts gehen, oder? Kompliziert?

Gruß
Christine
 
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offline christine  

nicht registriert
Beitrag Re: verzeihen  11.12.2005 • 20:19


Bei der Vorbereitung für meinen Vortrag habe ich mich an ein Buch erinnert, das ich vor einiger Zeit gelesen habe und von dem ich sehr begeistert war. Wenn es interessiert:

http://www.schlanktipps.de/index.php?modul=forum/showthread.php&threadid=6160#post62768

Gruß
Christine
 
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offline christine  

nicht registriert
Beitrag Re: verzeihen  11.12.2005 • 20:28


Ach, noch was habe ich gefunden.


Warum eigentlich nicht:

Mir einen Luftballon kaufen,
meine Verletzungen einfach an die Schnur binden
und ihn
losschicken - auf und davon.

Na ja zwinkern
Bitte nehmt es mir nicht krumm, dass ich das hier an diesen Thread hänge. Aber diesen Ratschlag habe ich in einem meiner Ratgeber gefunden.

Gruss und noch einen schönen Adventssonntag
Christine
 
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offline christine  

nicht registriert
Beitrag Re: verzeihen  13.12.2005 • 20:29


Zitat von lunija

Ich sehe den Schmerz derer, die mich verletzen

Genauso, empfand ich gestern.

Es ist schon einige Jahre her, wo ich so viele Haß- und Rachegefühle gegen einen Menschen hegte, den ich noch nicht einmal persönlich (nur vom Telefon her) kannte. Dieser Mann verbreitete die übelsten Gerüchte über mich und meine fachlichen Fähigkeiten. Obwohl mir dieser Mensch nicht sehr nahe stand haben mich seine Behauptungen über mich ganz tief verletzt. Mein mit den Jahren mühsam aufgebauter Selbstwertl hatte darunter gewaltig zu leiden. Diese Gerüchte hätten u.a. auch meinen Arbeitsplatz kosten können.

Ich bat ihn mehrmals um eine Aussprache. Ich wollte wissen weshalb er so etwas tut. Er hat mir diese verweigert. Der Gedanke warum und weshalb tut ein Mensch so etwas, verfolgte mich lange Zeit. Streckenweise konnte ich gar nicht mehr klar denken. Da halfen keine Sprüche wie - "lass los!" - "wer los läßt hat zwei Hände frei" - oder - "ich gebe die Worte dahin zurück, wohin sie gehören." -

Ich selbst musste aktiv werden, um meinen inneren Frieden (Glück) wieder zu finden. Ich wollte und konnte diese Gemeinheiten nicht auf mir sitzen lassen. Das habe ich mir in meinen Jugendtagen geschworen.

Gestern traf ich diesen Menschen wieder und mir ging es wie dir Lunija. Dieser Mann, er tat mir nur Leid. Da waren keine Emotionen mehr und auch keine Gedanken mehr an Rache. Im Grunde gab es nichts mehr über diese alte Angelegenheit zu sagen. Daran habe ich gemerkt, dass ich vergeben hatte.

Ich wollte ihm die Hand reichen. Er hat sie abgelehnt. ER hat mir wohl nicht vergeben. Aber das ist sein Anteil und hat mit mir nichts mehr zu tun.

Was ich eigentlich damit sagen will ist, dass es auch beim Vergeben nicht die Einheitslösung gibt. Genau wie beim Abnehmen, muss jeder seinen eigenen Weg, den für sich richtigen Weg finden. Und auch da kann es sein, dass der Weg von gestern heute schon nicht mehr der richtige ist.

"What ever takes you through the night is all right."

(Eric Clapton)


Alles was Sie brauchen um heil zu werden ist gut. Wirklich gut!

Gruss
Christine
 
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offline christine  

nicht registriert
Beitrag Re: verzeihen  13.12.2005 • 20:41


Bei der Vorbereitung auf meinen "Auftritt" am kommenden Samstag fand ich noch folgende Variante, wie Vergebung gelingen kann, wenn der andere schweigt.

Es handelt sich dabei um einen alten Brauch der Hochland Indios Guatemalas.

Abends erzählt man seine Verletzungen einem kleinen Püppchen und legt diese zusammen mit dem Püppchen in einen kleinen Beutel. Dieser sogenannte "Sorgenbeutel" kommt dann unter das Kopfkissen.
Am Morgen findet man nur noch das Püppchen im Beutel vor. Die Sorgen sind weg. überrascht

Ich denke mal, diese Vorgehensweise ist eher für leichtere Vergehen gedacht. zwinkern

Gruß
Christine
 
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offline christine  

nicht registriert
Beitrag Re: verzeihen  14.12.2005 • 12:38


Zitat von christine

"What ever takes you through the night is all right."

(Eric Clapton)

Leider hat sich hier der Fehlerteufel eingeschlichen: unglücklich


"What ever takes you thru the night is all right."


Christine
 
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