Forum  Suchen
80.838 Beiträge in 7.357 Themen (ø 16 Beiträge pro Tag)
nicht eingeloggt

 Forenübersicht » Sonstiges » Buchtipps » Naikan

« vorheriges Thema | nächstes Thema »
Seiten (1): (1)
Autor
Beitrag
offline christine  

nicht registriert
Beitrag Naikan  11.12.2005 • 20:14


Naikan - Versöhnung mit sich selbst
320 Seiten, Broschur
ISBN 3-933496-74-8
Euro 19,50
J.Kamphausen


Normalerweise erinnern wir uns nur an solche Dinge, die nicht getan wurden, was wir nicht bekommen haben und was schmerzhaft war. Diese Liste scheint oft endlos lang zu sein. Dabei passiert es sehr leicht, dass wir all das, was wir tatsächlich empfangen haben, übersehen. Ich meine damit nicht das Besondere, sondern vielmehr die vielen alltäglichen Kleinigkeiten wie z.B. kochen, putzen, waschen, bügeln usw., in die unzählige Stunden Zeit, Arbeit und Fürsorge investiert und mit denen wir umsorgt wurden. Diese Umstände relativieren eine schwierige Vergangenheit im Hinblick dessen, was tatsächlich für uns getan und geleistet wurde.

Als Beispiel wird oft angeführt, dass ich mich in der Schule angestrengt habe, damit sich meine Eltern über mich freuen. Aber für wen lernen wir wirklich? Für die Eltern? Den größten Nutzen haben doch wir selbst! Vielleicht wurde auch eine selbstgemachte, verschenkte Handarbeit nicht entsprechend gewürdigt. Wirklich wichtig war jedoch, dass wir Freude bereiten wollten und weniger die eventuell ausgebliebene Anerkennung.

Oft erinnern wir uns auch an Schwierigkeiten, die andere uns bereitet haben. Die Erinnerungen daran bleiben oft jahrelang in unserem Gedächtnis haften. Diese selektive Erinnerung macht uns jedoch zu Opfern und genau diese Opferhaltung lähmt unser eingenverantwortliches Handeln. Hier sind Bewertung, Schuld und Moralvorstellung völlig irrelevant. Es zählen einzig und allein Tatsachen und reale Gegebenheiten. Jedes Kind bereitet seinen Eltern in den Trotz- und Pubertätsphasen Schwierigkeiten, sowie Kummer und Sorgen bei Krankheit und Schulproblemen.

Sammelt man dagegen Punkte für einen inneren Ausgleich mit den konfliktbesetzten Personen und weckt ein Gefühl der Dankbarkeit, so ist dies wesentlich angenehmer und lebensbejahender als eine Opferrolle einzunehmen.

Der Ansatz des NAIKAN bietet die Möglichkeit sich selbst zu betrachten und beruht auf drei Fragen:

1.Was hat dieser Mensch mir Gutes getan?
2.Was habe ich ihm Gutes getan?
3.Welche Schwierigkeiten habe ich diesem Menschen bereitet?

Diese drei Fragen führen dazu, dass man sich aus einer anderen Perspektive sehen kann, so wie einen vielleicht die Eltern, der Partner oder die Arbeitskollegen sehen. Wichtig dabei ist, dass man sich selbst einmal aus einem anderen Blickwinkel sieht und auch diese Seite von sich kennen und akzeptieren lernt. Diese Sicht der Dinge ermöglicht, das eigene Verhalten in der Zukunft zu ändern.

Diejenigen, die sich eine zeitlang intensiv mit diesen Fragen beschäftigt haben, empfanden dies als heilend und als Stärkung ihrer eigenen Persönlichkeit.

"Wer sich einer Woche Naikan stellt, - in Abgeschiedenheit und Geborgenheit -, kommt zum Ergebnis: Ich bin ein reich beschenkter Mensch", so der Krankenhauspfarrer Erwin Seifried im Vorwort.

Christine
 
    top
 
Seiten (1): (1)
« vorheriges Thema | nächstes Thema »

Gehe zu:    

Besucher
869 Mitglieder. Online: keine Mitglied(er) und 12 Gäste. Neuestes Mitglied: Orangerot
Mit 121 Besuchern waren am 25.08.2015 • 19:17 die meisten Besucher gleichzeitig online.
Geburtstag   Wir gratulieren ganz herzlich zum Geburtstag:
Micha (38)
Online-Status bezogen auf die letzten 15 Minuten Beiträge der letzten 24 Stunden