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offline Katrinchen  

991 Beiträge

D - Berlin
Beitrag Zwei Jahre Schlanktipps  31.12.2005 • 22:38


Hallo Leute,

am 29.12.03 habe ich mich hier zum Programm angemeldet. Ich möchte heute einen Rückblick, eine Zusammenfassung meines Weges geben - nicht nur für diejenigen, die immer wieder wissen wollen, wie es mir ergangen ist. verliebt

Am 30.12.03 schrieb ich im Forum den folgenden Beitrag:
"He, genau das will ich auch! Auseinandersetzen mit sich selbst... Ich habe in den letzten sagen wir mal 4 Wochen die ersten zaghaften Schritte gemacht. Es fing mit dem Lesen der nunmehr zu unersetzlichen Stützen gewordenen Bücher "Essen als Ersatz - Wie man den Teufelskreis durchbricht" von Geneen Roth und "Übergewicht und seine seelischen Ursachen - Wie Sie mit Genuss essen und trotzdem ohne Diäten auf Dauer schlank werden können" von Doris Wolf (darf ich doch hier nennen, oder?) an. Und hat sich fortgesetzt mit anderen Büchern dieser Art, die ich verschlungen habe, bis hin zu Lena Bredow "Warum essen nicht dick macht". Tja. Und nun glaube ich ich brauche langsam auch noch zur Unterstützung (neben diversen Foren im Internet) einen Psychotherapeuten. Ich denke das muss sein, um Sachen aus der Kindheit aufzuarbeiten. Z.B. bin ich auch gemobbt worden, als ich 14 war, das zog sich zwei Jahre hin. In diesem Zeitraum bin ich in der Schule in der Mittagspause immer auf's Klo gegangen - 20 min können laaaaaaaange sein. Ich habe Zettel bekommen, auf denen Sachen standen, die man einfach nicht glaubt... und noch viele andere schlimme Erlebnisse, ja, auch eine Abtreibung mit 15, die mir nicht leicht gefallen ist. Und somit denke ich, dass ich mit Euren Grundsätzen und Tipps hier sehr gut aufgehoben bin! *freu*
Katrin"

Seitdem habe ich weiter gelesen, gelesen, gelesen, alles was es gibt in den Bereichen Persönlichkeitsanalyse, Gründe für Esszwänge und Erfahrungsberichten. Das Lesen strahlte in mein Bewusstsein, mein Unterbewusstsein und meine Umwelt!!! Ich habe es gar nicht richtig gemerkt und war erstaunt über diverse Rückmeldungen. Ich habe bis heute soooo viel über mich gelernt, dass ich mich fühle wie ein anderer Mensch. Bin in den letzten 24 Monaten immer inaktiver im Internet geworden, wie viele festgestellt haben - und das lag nicht an Faulheit oder Resignation, sondern an einem schwierigen Erkenntnisprozess. Auch momentan bin ich nur noch manchmal zum Lesen in den Foren. Ich vermisse es nicht. Das kann mir keinen Halt mehr geben (es war mal mein einziger Halt! Vielleicht auch wegen der perfekten Selbstdarstellung?!). In den Foren zu lesen zieht mich heute meistens nach wenigen Minuten genauso herunter wie einige TV-Sender. Ich bin (noch) kein "Übermensch", der sich nicht beeinflussen lässt. Lesen darf nicht in Fressanfällen enden... breites Grinsen

Ok, was hat sich konkret verändert, was ist passiert:

Liebe:
Ich konnte meinen Traummann leider nicht halten. Keine Hochzeit, keine Kinder. Aber dafür einen Freund fürs Leben!

Job:
Ich habe die neuen Herausforderungen (Akquise, Betreuung, eigene Region) nach gravierenden Anlaufschwierigkeiten optimal gemeistert. Ich habe viel Eigenverantwortung übernommen und Spaß und Erfolg dabei.
Als es Anfang 2005 begann, erfolgreich zu werden, habe ich mich übertrieben hineingestürzt, oft auch am WE und abends zu Hause gearbeitet, um alles zu schaffen. Das hat meine Kräfte beeinträchtigt, was ich erst Ende diesen Jahres merkte. Habe meiner Chefin gesagt, dass es so nicht weitergeht. Sie hat es akzeptiert und nimmt mir jetzt 4 Kunden ab und verteilt sie auf andere Kollegen. Weg damit! Darüber hinaus werden meine Ziele für nächstes Jahr angepasst, d.h. ich werde sie wahrscheinlich konstant halten können oder auch verringern dürfen, abwarten. Über Befürchtungen meiner Umwelt, ich könnte mit diesen Maßnahmen "meinen 1.-Platz-Status" innerhalb des Teams verlieren, kann ich nur lächeln, innerlich. Ich verzeihe das, habe Verständnis dafür gewonnen, wie die anderen sich ihr Leben konstruieren. Ging mir ja auch immer so. (Schäme mich fast dafür. Was ich den anderen Leuten in den letzten Jahren an Meinungen aufzwängen wollte, weil ich so überzeugt war, dass das für alle gilt, was für mich gilt, manno mann. Und jeden 3. Tag hatte ich meine Meinung geändert.)

Wohnung:
Ich bin innerhalb Berlins in meine Traumgegend in eine Traumwohnung umgezogen. Büro und Fitnessstudio liegen 100 - 200 m entfernt. Das gibt mir Kraft und Freizeit.

Soziales:
Ich habe viele neue Menschen kennen gelernt und den Kontakt zugelassen, nicht wie früher abgewehrt. Ich habe mich geöffnet, dabei übertrieben und den Überschwang dann wieder auf Normalmaß zurückgefahren.
Ich habe im September auf einer Tagung jemanden kennen gelernt, der mich in den letzten Wochen nochmal unglaublich weiter gebracht hat. Obwohl ich ihn (noch) gar nicht gut kenne und er ein paar hundert Kilometer entfernt wohnt! Ich stand still in meiner Identitätsfindung und er hat mir quasi in wenigen Sekunden einen riesengroßen Schub gegeben, den ich dankbar angenommen habe. Damit hat er Maßstäbe gesetzt, so dass ich auch aufgehört habe, mich unter Druck zu setzen, sobald ich mal einen Mann kennen lerne. Es ist eine Freiheit, die ich ausbauen werde. Schade, dass wir so weit weg voneinander wohnen, aber eigentlich macht das gar nichts. Wir hatten nichts miteinander, absolut gar nichts, höchstens mal eine Abschiedsumarmung. Aber das ist irrrelevant. Es ist zwischen uns wie Gedankenübertragung bzw. Energienaustausch zweier Menschen, die sich unheimlich ähneln und sich dadurch weiterentwickeln können, einfach nur durch dieses Wissen, dass es noch einen anderen Menschen gibt, der so tickt wie man selbst. Zwillingsgefühle. Er ist schon komplett authentisch. Er ist auch eine 29/11!!!! Wahnsinn... Und ganz viele andere Dinge, die ich hier nicht aufzählen will, die aber mein Herz tief berührt haben. Urvertrauen, grenzenloses.
Ich bin also Single... Wenn ich mich allein fühle, gehe ich unter Menschen (früher hätte ich gegessen) oder noch spätabends zum Sport (da sind nämlich auch Menschen).
Ich entwickle wirklich langsam VERSTÄNDNIS für andere. Fast ist es zu viel. Manchmal fühlt es sich zuviel an. Ich stehe auf dem Stepper im Fitnessstudio, beobachte die anderen und beginne zu heulen!!! Ich weine darüber, weil sie alle so unglücklich aussehen, so frustriert, weil sie sich nicht glücklich fühlen, weil sie so verzweifelt etwas hinterherjagen, was sie auf diese Weise niemals bekommen können - Gelassenheit, Zufriedenheit.
Ich möchte gern im realen Leben Menschen kennen lernen, die ähnliche Erfahrungen (durch)gemacht haben; in deren Augen ich lesen kann, dass sie offen sind für diese meine Einsichten, weil sie diegleichen haben. Und ich merke es mittlerweile deutlich, wenn ich sie treffe. Solche Menschen gehen NICHT mit Stereotypen hausieren, sie geben NICHT die neuesten Schlagzeilen aus Presse und TV wider, sie konsumieren NICHT, sie lassen alles zu und was sie sagen, hat Hand und Fuß und ist ein Abbild ihrer eigenen Erfahrungen. Sie urteilen nicht mehr. Sie geben keine klugen Tipps, sondern ganz leise liebevolle Hinweise. Sie hören zu. Sie schweigen, um das von mir Gesagte zu überdenken, um auf mich eingehen zu können. Sie merken, wenn ich unsicher bin und reichen mir verbal die Hand. Sie leiden mit und sie gehören zu den "eher Ruhigen". Die wären mir früher nie aufgefallen. Und wenn, hätte ich sie völlig verurteilt, weil ich sie zu den "Schwachen" eingruppiert hätte. Ach ja - die "hilfreichen" Werturteile. Solche Kategorisierungen nehme ich ebenfalls nicht mehr vor. Jeder ist wertvoll. Nur ist es meine Entscheidung, wieviel Zeit ich mit welchen Menschen verbringe. Ich bin noch immer neugierig auf Schicksale und Lebenswege und Erfahrungen. Es macht mir Spaß zuzuhören, solange ich dabei auf mich aufpasse.

Familie:
Mit meinen Eltern und meiner Schwester fand Weihnachten ein weiteres sinnvolles, liebevolles Gespräch über persönliche Probleme und Hintergründe statt, an dem sich ALLE konstruktiv beteiligt haben.

Körper/ Gesundheit
Meine Augen sind seit einigen Wochen morgens fürchterlich angeschwollen (Oberlid) und sie tränen meistens. überrascht Ob das wieder weg geht?
Vor ein paar Tagen habe ich aufgehört zu rauchen, und zwar zum 2. Mal in meinem Leben. Es war wieder genauso so einfach werden wie beim 1. Mal (keine Verlustgefühle, keine Entzugserscheinungen). Diesmal achte ich auf mich, dass ich mich nie mehr soweit selbst vernachlässigen werde, dass ich dann einen Rückfall habe.
Mein Gewicht...?!?! Im Dezember 2003 lag es zwischen 68 und 69 kg. Seit ich meine Nahrungsunverträglichkeiten berücksichtige, habe ich mich konstant bei 66 eingependelt. Ich wiege mich nicht mehr jeden Tag, also kann es Schwankungen geben... interessiert mich nicht mehr so wahnsinnig. Lustig ist, dass ich jetzt zum Abschluss meines Raucherdaseins die Theorie von Allen Carr als Denkübung gleich mal übertrage auf meine anderen Lebensbereiche. Ist ja eigentlich egal, wonach man süchtig ist/war: Liebe, Essen, Waage, Zigaretten... seine Methode ist so einprägsam, so einfach, sie bringt mir Erfolg in allen Fällen. Unbewusst habe ich sie schon lange praktiziert. Ich lösche alte Programme, indem ich mir klar mache, wie sehr sie mich vom LEBEN abhalten. Das funktioniert. (Ich erinne mich hier gern an "Lichtnahrung" von Werner.)

Ernährung:
Ich esse seit meinem Urlaub (Umzug) nur noch abends, da ich tagsüber mit Obst und Sojamilch sehr gut über den Tag komme, ohne Hunger zu entwickeln. Abends gibt es dann die Salatvarianten aus den umliegenden Läden, oft auch noch ein Dessert. Ich habe schon immer geahnt, dass ich zuviel esse. Ein wichtiges Indiz war, dass ich schon immer erst mittags Hunger bekam. Natürlich glaubte ich gern, was ich so unbedingt hören wollte: MAN MUSS FRÜHSTÜCKEN, weil... Für mich gilt das nicht mehr länger. Ich höre jetzt auf meinen Magen und basta. Der "Gott der Meinungen"... das hat mir auch sehr geholfen. Aus dem sehr guten Buch "Die Lebenszahl als Lebensweg" von Dan Millman.

Sport:
Sport spielt eine wichtige Rolle für mich, mehr denn je. Die Phasen der Depressionen, die einen Menschen ebenso schwächen können wie Nikotin, Alkohol oder Tabletten liegen lange hinter mir. Rauchen ist eben ein Energieräuber, die Folgen werde ich nicht mehr länger auf zunehmendes Alter schieben.
Aber Sport nur zu betreiben, um Kalorien zu verbrennen - diesen Zwang möchte ich auch noch loswerden. Allen Carr hat auch hierzu ein hilfreiches Kapitel in seinem Buch "Endlich Wunschgewicht".

Mein Geheimnis ist unter anderem: ich habe ganz allmählich einen Sinn im Leben gefunden, der sich NICHT an materiellen (Gehalt) oder organisatorischen Dingen (Karriere, Heirat, Kinder) orientiert. Mir hat die Orientierung an diesen Dingen absolut geschadet. Sie war zwar wichtig, da ich mich sonst bestimmt wirklich mal vom Balkon gestürzt hätte, aber nun ist es Zeit für die nächste Entwicklungsstufe. Mutete es mich vor 2 Jahren noch komisch an, wenn es hieß: gönnen Sie sich doch mal was, suchen Sie sich eine andere Befriedigung, nehmen Sie ein Bad, gehen Sie zum Sport, treffen Sie Freunde, lieben Sie sich selbst... usw., habe ich heute diese Dinge verinnerlicht und praktiziere sie überwiegend erfolgreich UND weil ich es will, nicht weil jemand anders es sagt. verliebt

Ich behaupte nicht, dass ich alle Probleme hinter mir gelassen habe. Aber ich weiß jetzt GANZ GENAU wo sie liegen und wie ich sie immer mehr überwinde. Vor allem hält mich die Angst vor dem Selbstlos-Geliebt-Werden noch gefangen. Ich kann es oft noch nicht zulassen, dass ich mich geliebt fühle und flüchte nach wenigen Stunden. Aber das kommt 2006 als großes Ziel dran! Ich werde dafür neue Wege beschreiten... und freu mich drauf.
Manchmal esse ich dann doch noch wie in alten Zeiten - also große Mengen ohne Hunger, ohne Aufhören zu können. Aber das ist so selten, dass es schon wieder völlig normal ist. Wir sind alle nur Menschen... es gibt keinen perfekten Menschen. Aber es gibt eben Zeiten, da bin ich bei mir und es gibt Momente, da irre ich herum und versuche mit verschiedenen Methoden versuchen, mich abzulenken.

Ich möchte mich bei allen hier bedanken, die mich ab und zu vermisst haben und mich zum Schreiben aufgefordert haben. Diese Zuneigung zu meiner Person musste ich auch erst lernen anzunehmen. Vielleicht ist es nur Voyerismus, aber davon gehe ich nicht mehr automatisch aus. breites Grinsen
Ich glaube, ich kann nun sagen: "ich habe meinen Frieden mit mir gefunden". Ich mag mich selbst - wirklich - bedingungslos.
(Danke auch an schlanktipps.de.)

Mein Tagebuch schreibe ich seit geraumer Zeit auf Papier, zu jeder Tageszeit, wo es gerade passt. Kann ich nur empfehlen, es ist sehr gut für das Bewusst-Werden.
Irgendwann lasse ich es 1mal für mich drucken, aber dieser Zeitpunkt ist noch weit entfernt. Jahre.

Ich wünsche euch allen von Herzen alles Gute, viel Wärme und Licht in eurem Leben und offene Augen.

Gruß Katrin



Lebst du schon oder zählst du noch Kalorien?
 
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offline Zauberschnecke  

319 Beiträge

D - Rhein-Neckar-Kreis
Beitrag Re: Zwei Jahre Schlanktipps  31.12.2005 • 22:50


Liebe Katrin,

es freut mich sehr, dass Du Deinen Weg nun gefunden hast. Ich drücke Dir die Daumen, dass Du diesem Weg auch treu bleibst und Deinen Frieden mit Dir selbst behälst.

Astrid



 
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offline Seraphia  

nicht registriert
Beitrag Re: Zwei Jahre Schlanktipps  01.01.2006 • 08:22


Hallö Kathrinchen,

Wünsche dir alles Gute auf dem weiteren Weg.....das sind wunderbare Fortschritte, die du gemacht hast...ich wünsche dir ein gesegnetes 2006 und mehr.

Gruß Seraphia
 
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offline charlieblümchen  

737 Beiträge

D - Bayern
Beitrag Re: Zwei Jahre Schlanktipps  01.01.2006 • 14:38


Hallo Kathrinchen, toll dass du diese Entwicklung gemacht hast und weiter machen wirst.
Alles Gute für das Jahr 2006 wünscht charlieblümchen.



Es ist normal, verschieden zu sein.
 
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offline Conni  

169 Beiträge

D - München
Beitrag Re: Zwei Jahre Schlanktipps  01.01.2006 • 16:00


Hallo Katrin !

Schön das man wieder einmal von Dir was liest, ich bin der Meinung, Du bist auf dem richtigen Weg. Alles Gute weiterhin,

LG Conni glücklich
 
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offline Katrinchen  

991 Beiträge

D - Berlin
Beitrag Re: Zwei Jahre Schlanktipps  01.01.2006 • 16:10


Vielen Dank!
verliebt verliebt verliebt

Der richtige Weg... ich hoffe es.



Lebst du schon oder zählst du noch Kalorien?
 
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offline Bellissima  

577 Beiträge

A - Telfs
Beitrag Re: Zwei Jahre Schlanktipps  02.01.2006 • 12:11


Liebes Katrinchen!

Es ist sehr schön, wieder einmal von Dir zu hören! Dein ganzer Text strahlt für mich sehr viel Optimismus aus und gibt mir wieder Mut und Antrieb, im neuen Jahr einiges zu ändern, an mir zu arbeiten. glücklich Gerade die Punkte, die das "Zwischenmenschliche" betreffen....

Ich wünsche Dir weiterhin alles alles Liebe!

Isabella



Lächeln ist die eleganteste Art dem Gegner die Zähne zu zeigen.
 
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offline trisstan  

6 Beiträge
Beitrag Re: Zwei Jahre Schlanktipps  03.01.2006 • 11:48


Hallo Katrin,
schön Dich mal wieder zu lesen. Es freut mich, dass Du insgesamt ruhiger geworden bist und offenbar Deinen Frieden mit Dir gemacht hast. Schön für Dich und ich wünsche Dir von Herzen alles Gute im Neuen Jahr.

Eines muss ich aber noch loswerden. Du bezeichnest in Deinem Statement z.B. Kinder als "organisatorisches". Genau das ist der Knackpunkt, warum mir die jungen Frauen heute leidtun (ich bin 56 !). Ihr könnt Euch offenbar nur selbstverwirklichen, wenn Ihr auf das schönste (und das sind Kinder für mich) verzichtet. Ich bin beileibe kein Heimchen am Herd, habe studiert, promoviert und mein Leben lang auch Erfüllung im Beruf gefunden. Allerdings fiel die Zeit, wo mich Kinder + Beruf nebeneinander und gleichzeitig forderten in die Zeit der DDR und da war für junge Familien doch vieles besser. Ich war bestimmt kein DDR-Fan und bin über den Verlauf der Geschichte in Deutschland mehr als froh, aber mit den jungen Frauen in Deinem Alter möchte ich um nichts in der Welt tauschen.
Für uns war die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nie ein Problem und ich fand das toll. Meine Söhne (der Älteste ist fast so alt wie Du) haben sich bestens entwickelt und keinen Schaden genommen durch Krippe und Kindergarten.
Ich finde es einfach traurig und zudem für die Gesellschaft schlimm, dass junge Frauen, die größere Ansprüche an das Leben haben als nur Mutter und Ehefrau zu sein, sich entscheiden müssen.
Es wäre schön mal andere Meinungen zu diesem Thema zu hören.

Nochmals liebe Grüße
auch an die übrige ST-Gemeinde

Trisstan
 
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offline Corax  

585 Beiträge

D - Bayern
Beitrag Re: Zwei Jahre Schlanktipps  03.01.2006 • 12:18


Hallo Trisstan,
Kinder als "organisatorisches" Problem?
Hm tja, wir haben momentan genau das Thema. Einerseits dazu ein grundsätzliches Ja. Eine Frau, die "mehr erwaretet, als Kinder und Küche", hat gewaltig zu organisieren und zu kämpfen. Ich möchte nicht in der Zwickmühle zwischen Job, Überstunden, Kinderkrippe, Erziehung, Haushalt, munterer Freizeitpartnerin, perfekt gestylter und geschminkter Lady und nie-übermüdeter-Bettgefährtin gefangen sein. Und Teilzeitjobs sind ja karrieretechnisch der reinste Witz! Horrorvorstellung!
Andererseits kann es doch nicht sein, dass man aus "organisatorischen Gründen" auf Familie verzichtet! Wenn man sowieso keine Kinder haben möchte, dann okay. Die Zeiten sind zum Glück vorbei, da man als Frau doof angeschaut wurde, wenn man sich gegen Kinder entscheiden wollte (falls man überhaupt das Entscheidungsrecht hatte). Aber wenn man eigentlich wollte, es aber organisatorisch schwierig findet? Das kann doch nicht wahr sein! Kinder sind doch viel mehr als nur eine organisatorische oder sogar lästige Gegebenheit!
Ich kann mir nicht vorstellen, keine Kinder zu haben. Aber ich tu mich mit der Überlegung auch relativ leicht, weil ich die Möglichkeit habe, ohne Nachteile eine Weile auszusteigen (Beamtin) und wir finanziell mit dem Gehalt von meinem Freund gut über die Runden kämen. Wenn man arbeiten kann, ist das eine Sache. Aber wenn man arbeiten muss?
Na ja, eine schwierige Diskussion....

LG
7schlaeferchen
 
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offline charlieblümchen  

737 Beiträge

D - Bayern
Beitrag Re: Zwei Jahre Schlanktipps  03.01.2006 • 12:28


Zitat von trisstan

Ich finde es einfach traurig und zudem für die Gesellschaft schlimm, dass junge Frauen, die größere Ansprüche an das Leben haben als nur Mutter und Ehefrau zu sein, sich entscheiden müssen.
Es wäre schön mal andere Meinungen zu diesem Thema zu hören.

In meinem Wohnort gibt es Krippenplätze, Tagesmütter und Babysitter und Mütter die Beruf und Kinder vereinbaren. Es gibt auch Mütter die sich die ersten 3 Jahre oder auch länger für ein Leben ohne Beruf entscheiden und später wieder in den Beruf einsteigen. Manche dieser Mütter haben sich im Laufe der Betreuungsjahre entschieden, nicht wieder ins "Berufsleben" einzusteigen, sondern "anders" ihr Leben sinnvoll zu gestalten.
An deiner Diskussionsanregung stört mich ein bisschen der Satz "die größere Ansprüche an das Leben haben als nur Mutter und Ehefrau zu sein".
In meinem Bekanntenkreis sind promovierte Mütter die ihren Beruf weiter ausüben, die dieses nur in einer Diskussion weglassen.

Ich glaube, dass vor allem diese Wortwahl die jungen Frauen in Bedrängnis bringt.

Liebe Grüße sendet charlieblümchen



Es ist normal, verschieden zu sein.
 
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offline Corax  

585 Beiträge

D - Bayern
Beitrag Re: Zwei Jahre Schlanktipps  03.01.2006 • 12:38


Hallo Charlieblümchen!
Mich stört es immer wieder, dass Mütter ohne externen Beruf als "Nur-Mutter" oder "Nur-Hausfrau" betitelt werden. Was soll das heißen - Nur? Also ob man sich auf die faule Haut legen und nichts anderes auf die Reihe bekommen würde. Die Normalität scheint es zu sein, eine steile und wichtige Karriere zu machen und nebenbei noch einen pikobello Hauhalt und schmucke Kinder zu haben.
Ich finde, das Wertbild und die Wortwahl bezüglich der Erziehung sollte gründlich überdacht werden, gerade von anderen Frauen.
Ich habe allerdings Trisstans Beitrag nicht als abwertend in diesem Sinn empfunden.
 
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offline Katrinchen  

991 Beiträge

D - Berlin
Beitrag Re: Zwei Jahre Schlanktipps  03.01.2006 • 20:25


@ Belissima

Das macht mich glücklich!
Berichte bitte... zum gegebenen Zeitpunkt.

Alles Liebe für dich
Katrin

@ trisstan

Ach wie schön, dass ich das noch erleben darf...: nachdem ich Herrn S. Freud in jeden und alles hineininterpretiert habe, hat es endlich mal jemand bei mir getan - und hatte recht damit!!!

Zitat von Katrinchen

Mein Geheimnis ist unter anderem: ich habe ganz allmählich einen Sinn im Leben gefunden, der sich NICHT an materiellen (Gehalt) oder organisatorischen Dingen (Karriere, Heirat, Kinder) orientiert. Mir hat die Orientierung an diesen Dingen absolut geschadet.

Was ich eigentlich meinte:

Mein Geheimnis ist unter anderem: ich habe ganz allmählich einen Sinn im Leben gefunden, der sich NICHT an materiellen Dingen (Gehalt) oder organisatorischen Entscheidungen (bzgl. Karriere, Heirat, Kinder) orientiert. Mir hat die Orientierung an diesen Statussymbolen absolut geschadet.

Dass ein Kind kein Ding ist, ist klar. Dass ein Kind eine organisatorische Entscheidung erfordert, ist heutzutage auch klar. Selbst wenn man Hausfrau ist/ wird, muss das organisiert werden.

Also ich finde dieses Dilemma, in dem ich stecke, auch nicht berauschend. Mittlerweile habe ich mich für ein Kind entschieden, aber nicht, weil ich ein biologisch-liebevolles Drängen verspüre (so wie es sein sollte), sondern weil ich mit (m)einem Mann im Alter nicht allein sein will. Selbstverständlich gehe ich davon aus, dass ich das Kind so erziehe, dass es mich später nicht ignoriert. zwinkern

Vielleicht kommt das Drängen aber noch, wenn der Richtige da ist. Davon gehe ich stark aus! Bloß im Moment ist es eben eher eine "organisatorische" Entscheidung als eine "bauchorientierte" Entscheidung... weil der Mann fehlt. Find ich nicht so schlimm, kann sich ändern. Nichts ist starr, oder?

Vielen Dank für die Anregung zum Nachdenken. verliebt

Liebe Grüße Katrin



Lebst du schon oder zählst du noch Kalorien?
 
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offline Seraphia  

nicht registriert
Beitrag Re: Zwei Jahre Schlanktipps  03.01.2006 • 21:15


Katrinchen,

ein Kind ist nicht dazu da, dir im Alter Händchen zu halten. Es wird diese Anforderung sicher nicht erfüllen....und du wirst im Alter von ihm enttäuscht sein.
Erziehung darf auch nicht das Ziel haben, dass das Kind dich im Alter nicht ignoriert.
Ich wünsche deinem Kind, dass es die Kraft hat, sich diesen mißbräuchlichen und egoistischen Erziehungszielen zu entwinden, um seinen ureigenen Sinn seines Lebens zu erfüllen.....der kann sicher nicht sein, dir die Leere deines Alters (die ein Resultat eines unerfüllten Lebens von dir heute wäre) zu füllen.
Wenn du keine Liebe zu deinem Kind verspüren können solltest...solltest du dich fragen, ob du dich selbst genügend liebst.

Sei nicht böse, wenn ich so hart schreibe, aber wenn ich es recht verstehe, gibt es das kind noch gar nicht.
Vielleicht bringt dich meine Antwort, dazu gründlich über deine Motive nachzudenken und zu deinen eigentlichen Wünschen vorzustoßen. Villeicht möchtest du etwas ganz anderes als ein Kind....vielleicht brauchst du etwas anderes zu einem erfüllten Leben, dass dir dann auch ein erfülltes Alter schenkt.

Ja möglicherweise, kommt dann auch die natürliche Liebe zu einem Kind, wenn du dir diese wünsche erfüllst.

In der Hoffnung dich zum Nachdenken angeregt zu haben
Seraphia
 
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offline charlieblümchen  

737 Beiträge

D - Bayern
Beitrag Re: Zwei Jahre Schlanktipps  04.01.2006 • 09:21


Zitat von 7schlaeferchen

Ich finde, das Wertbild und die Wortwahl bezüglich der Erziehung sollte gründlich überdacht werden, gerade von anderen Frauen.
Ich habe allerdings Trisstans Beitrag nicht als abwertend in diesem Sinn empfunden.

Es kommt sicher daher, das ich eine "Nur" bin und deshalb ziemlich empfindlich reagiere.

Liebe Grüße charlieblümchen



Es ist normal, verschieden zu sein.
 
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offline Corax  

585 Beiträge

D - Bayern
Beitrag Re: Zwei Jahre Schlanktipps  04.01.2006 • 13:00


Hallo Charlieblümchen,
bei mir haben Leute mit einer "Nur-"Hausfrau/Mutter als Kind immer wieder Neid pur hervorgerufen:

  • Sie bekamen morgens liebevoll geschmierte Pausenbrote mit, ich Geld. Manche Mütter standen sogar morgens mit auf und machten Frühstück!!!! Was für ein Luxus!
  • Wenn ich mittags heimkam, war höchstens meine Oma da, bei anderen stand das Lieblingsessen auf dem Tisch und die Mutter half bei den Hausis.
  • Andere Kinder wurden von ihren Müttern zu Freunden, Kursen etc. gefahren. Meine war gar nicht da, sondern kam erst abends. Ich trieb mich dann selber rum oder blieb gleich bei Freunden zu Mittag, damit ich nachmittags nicht festsaß.
  • bei anderen war das Jugendzimmer aufgeräumt (neue Bettbezüge, gesaugt, usw.). Ich musste das selber machen.

Kleinigkeiten, klar. Aber als "Schlüsselkind" ist es auch nicht immer so toll, kann ich im Nachhinein sagen. Man kann zwar viel mehr "anstellen", ist selten unter Aufsicht, lernt evt. früher mit Geld umgehen (weil ich ja früh schon nur Geld bekam, wovon ich mir Essen, Schulsachen, auch Klamotten selber kaufte), aber oft fühlt man sich nicht so wertgeschätzt und wichtig wie die anderen "gepäppelten" Kinder.

Jetzt ist es natürlich toll, dass meine Mutter immer ihren Beruf hatte. Ansonsten würde sie, weil ich ja mein eigenes Leben führe, sich wahrscheinlich etwas ungebraucht fühlen und ich hätte vielmehr schlechtes Gewissen, sie meinerseits nun päppeln zu müssen. zwinkern
Aber trotzdem: Ich hätte immer wahnsinnig gern eine Nur-Mutter gehabt. breites Grinsen breites Grinsen

LG
7schlaeferchen
 
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