Forum  Suchen
80.838 Beiträge in 7.357 Themen (ø 16 Beiträge pro Tag)
nicht eingeloggt

 Forenübersicht » Sonstiges » Buchtipps » Die Deutschen und das Essen

« vorheriges Thema | nächstes Thema »
Seiten (1): (1)
Autor
Beitrag
offline Corax  

585 Beiträge

D - Bayern
Beitrag Die Deutschen und das Essen  30.08.2007 • 21:41


Ich lese gerade ein Buch, das ich nur empfehlen kann, wenn man sich mal mit der Qualität und dem Stellenwert unserer täglichen Nahrung auseinandersetzen will. Das Buch heißt
"Tellergericht" und ist von Ullrich Fichtner.

Es geht dabei um Infos und Augenöffner, welchen Schrott wir zum Teil in uns hineinstopfen. Weil es billig ist (Massentierhaltung, Legebatterien, nährstoffarmes Massengemüse). Weil es vermeintlich besser schmeckt (dank Mononatriumglutamat, Sägespäne-Erdbeeraroma, sonstiger haufenweiser E-irgendwas-Zusätze). Weil Essens"zubereitung" schnellschnell gehen muss (5-Minuten-Terrine, diverses Convenience-Food aus dem TK-Regal, die altbekannte, am besten superbillige TK-Pizza). Weil wir selbst gar nicht mehr wissen, wie man aus einer "rohen" Zutat ein schmackhaftes Essen zaubert. Und weil wir "zum Glück" größtenteils gar nicht mehr wissen, wie das Zeug alles hergestellt wird, bzw. auf welchem Baum die putzigen Chicken McNuggets wachsen ärgerlich

Für Leute, die sich schon länger mit dem Thema Nahrungsqualität beschäftigen, kommt nicht viel neues. Aber es werden interessante Zusammenhänge aufgezeigt und das, was man als einigermaßen kritischer Verbraucher eigentlich wissen könnte (aber oft verdrängt, wenn man wieder mal an der "Frisch"-fleischttruhe beim Discounter steht), aufs Papier gebracht.
Und die Kapitel über Convenience- und Fertig- "Food" sind geeignet, einem den Genuß derselben abzugewöhnen zwinkern
 
    top
offline charlieblümchen  

737 Beiträge

D - Bayern
Beitrag Re: Die Deutschen und das Essen  31.08.2007 • 15:32


Das was du berichtest, erinnert mich auch an das Buch: "Die Suppe lügt".
Das ist allerdings schon über 10 Jahre alt.

Wenn man sich allerdings die Regale in Supermärkten vor allem bei den Fertigzutaten....fix..und Co. ansieht und auch die tollen Babynahrungsartikel deren Regale immer länger werden, dann kann einem schon anders werden.

Wenn also der Nachwuchs bereits lernt, dass Essen immer aus dem Glas oder Tüte kommt, dann wird es schwer später auf was anderes umzusteigen.

Ich werde mir das Buch in jedem Fall mal ansehen.

Danke für deinen Tipp.
Gruß charlieblümchen



Es ist normal, verschieden zu sein.
 
    top
offline Brummel-Hummel  

134 Beiträge

D - Hessen
Beitrag Re: Die Deutschen und das Essen  31.08.2007 • 17:36


Zitat

Wenn man sich allerdings die Regale in Supermärkten vor allem bei den Fertigzutaten....fix..und Co. ansieht und auch die tollen Babynahrungsartikel deren Regale immer länger werden, dann kann einem schon anders werden.

Wenn also der Nachwuchs bereits lernt, dass Essen immer aus dem Glas oder Tüte kommt, dann wird es schwer später auf was anderes umzusteigen.

Das kann ich voll und ganz bestätigen! Meinen Kindern habe ich fast nur selbstgekochten Brei gegeben (nur ausnahmsweise, wenn wir unterwegs waren auch ein Fertigglas, aber wirklich ganz selten mal) und werde nun damit belohnt, dass sich meine älteste Tochter als Geburtstagskuchen Zwetschenkuchen gewünscht hat (alle anderen Kinder haben nur Schokomuffins gegessen ...), das gewählte Geburtstagsessen im Kindergarten waren Lachsspaghetti glücklich und als ich neulich Kartoffeln mit Hackfleisch, Tomaten und Zucchini mit Schaftskäse überbacken habe, bekam ich zu hören, dass es das doch bitte nun jeden Tag geben solle. breites Grinsen

Gut, sie nascht auch ganz gerne, geht damit aber recht vernünftig um. Neulich gin ich mit ihr mal zu McDoof, weil sie es noch überhaupt nicht kannte und kennen lernen wollte. Sie fand das Knatscheessen ohne Geschirr und Besteck zwar toll, bekam aber sehr schnell wieder Hunger. Ich habe ihr dann erklärt, dass das bei "Knatscheessen" halt so ist, dass es nicht lange satt macht und das fand sie dann doof.

Ich finde, es hat sich gelohnt, auf Alete und Co. zu verzichten!



Liebe Grüße
Claudia
 
    top
offline Corax  

585 Beiträge

D - Bayern
Beitrag Re: Die Deutschen und das Essen  01.09.2007 • 13:53


Hi Charlieblümchen,
das Buch von mir ist von 2004. Also recht aktuell. Und das, was ich da so lese, kommt mir auch von vielen "lebenden Beispielen" bekannt vor.

Ich gehe zwar nicht so weit, dass ich alles für meine Tochter selbst koche. Dazu sind gerade die Gemüsegläschen, z.B. wenn nur sie was ißt, viel zu praktisch zwinkern . Aber oft koche ich für uns alle, und sie bekommt die Sachen ungewürzt. Da ich der Meinung bin, sie kann mit einem Jahr schon ziemlich alles mitessen, ist das eine praktische und einfache Sache. Und ich biete ihr alle möglichen Lebensmittel pur an. Bisher funktioniert das wunderbar glücklich

Wichtig ist, was die Eltern den Kindern vorleben. Ich selbst kenne ein Paar, das ich eher zur "FastFoodGeneration" zähle, und bei denen immer die Schokoschublade rappelvoll ist. Aber ihr Sohn (7) soll nur gesunde Sachen essen. Ich glaub, das wird auf Dauer ein wenig schwierig zwinkern
 
    top
offline Bettina  

48 Beiträge

D - Ruhrgebiet
Beitrag Re: Die Deutschen und das Essen  01.09.2007 • 18:31


Hallo Ihr Lieben (Mütter),

mit Interesse habe ich eure Beiträge gelesen und mich über die Einstellung zu gesundem Essen für euch und eure Kinder sehr gefreut.

Ich will euch Mut machen, weiter so gesund für eure Kinder zu kochen.
Seid aber bitte nicht enttäuscht, wenn eure Kids im Pubertätsalter darauf sch..., was ihr ihnen vorgelebt habt.

Ich habe meine Kinder beide gestillt und gesund mit frischen, selbstgekochten Gerichten ernährt.
Später kam dann schon mal ein Dosengericht dazu, weil ich wieder anfing zu arbeiten.

In der Pubertät hat sich dann die Einstellung der Kiddies zum Essen verändert.
Während meine Tochter zum Veggie mutiert, ist aus meinem Sohn ein absoluter Fast-Food-Fan geworden. Der war im Kindesalter ein absolter Öko und hat alle Erwachsenen auf ihre Umweltsünden hingewiesen.

Die Bücher interessieren mich sehr und ich werde versuchen das TELLERGERICHT zu bekommen. Wie lautet die ISBN?

lg
Bettina



Lebenskünstler sind Leute, die schon vollkommen glücklich sind, wenn sie nicht vollkommen unglücklich sind. (Danny Kaye)
 
    top
offline Corax  

585 Beiträge

D - Bayern
Beitrag Re: Die Deutschen und das Essen  01.09.2007 • 22:09


Hallo Bettina,

hier ist der Link

Tellergericht

Hoffentlich funktionierts.

Die ISBN:
ISBN-10: 3421055866

Dass Kinder später einen eigenen Kopf fürs Essen entwickeln, weiß ich aus eigener Erfahrung. So mit 11/12 konnte mich nur noch das gehaltvolle Essen meiner Oma beeindrucken (Mehlspeisen en masse, sahnige Soßen, zuckerhaltige Nachspeisen). Meine Eltern waren entsetzt, aber half nix, da meine Oma im gleichen Haus wohnte und die Ernährung meiner Eltern unterminierte zwinkern
Als ich dann als Spät-Jugendlicher genügend Taschengeld und wir in unserer kleinen Stadt auch einen McD. hatten, saßen wir mehrfach die Woche beim Burger-Mampfen. ärgerlich
Später, als ich für mein Abi über Produktionsmethoden der alternativen und konventionellen Landwirtschaft schrieb, war ich viele Jahre strikter Vegetarier. Allein der Gedanke an die Haltung der Tiere im konventionellen Bereich würgte mich jahrelang (und tut es noch immer).
Während des Studiums und meiner ersten Allein-Wohn-Zeit mutierte ich dann zum Convenience-Mümmler mit Fertigpizza mitten in der Nacht, Tütenessen und Tütennudeln. Vegetarisch soweit praktikabel, aber nicht mehr streng.
Inzwischen kaufe ich die Grundnahrungsmittel ziemlich konsequent bio von den Anbauverbänden. Aber ich bin bei weitem nicht mehr so fanatisch und missionarisch wie früher breites Grinsen

Daher hoffe ich, auch die Ernährung meiner Tochter später mit Lässigkeit und Toleranz zu begegnen. Ich wünsche mir halt, dass sie letztendlich den Wert der Nahrung schätzen lernt.

Viele Grüße,
7schlaeferchen
 
    top
offline charlieblümchen  

737 Beiträge

D - Bayern
Beitrag Re: Die Deutschen und das Essen  01.09.2007 • 23:04


Zitat von Bettina

Die Bücher interessieren mich sehr

habe jetzt gerade festgestellt, dass es von "Die Suppe lügt" eine aktuellere Fassung gibt von 2005
hier zu finden
Gruß charlieblümchen

PS:
Ja Pubertät ist natürlich die Station in der man alles testen muss, vor allem den Protest.... zwinkern

Naja, bis jetzt geht es noch, obwohl in verschiedenen Bereichen das Verhalten schon sehr pubertär ist, wird derzeit noch das Essen, das ich anbiete gegessen.
Kann sich ändern, ich bin gefasst ..... zwinkern



Es ist normal, verschieden zu sein.
 
    top
 
Seiten (1): (1)
« vorheriges Thema | nächstes Thema »

Gehe zu:    

Besucher
869 Mitglieder. Online: keine Mitglied(er) und 21 Gäste. Neuestes Mitglied: Orangerot
Mit 121 Besuchern waren am 25.08.2015 • 19:17 die meisten Besucher gleichzeitig online.
Online-Status bezogen auf die letzten 15 Minuten Beiträge der letzten 24 Stunden