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offline Kata  

9 Beiträge
Beitrag ST-Teil 2  25.06.2008 • 21:37


Hallo,

vor 3 Wochen habe ich mich entschlossen, bei diesem Programm mitzumachen. Gedacht war eigentlich, dass ich das neben Weight Watchers mache, damit ich noch recht zügig abnehme, mich aber nach und nach von der Punktezählerei löse. Allerdings hat sich schon lange davor bemerkbar gemacht, dass ich auf dem besten Weg bin, in eine Essstörung zu schlittern. Ich wollte es erst nicht so wahrhaben, aber die vielen Fressattacken, die mehr und mehr wurden, sind ein eindeutiges Zeichen. Ich war dann bei meiner Hausärztin, die aber sagte, ich hätte keine Essstörung und bräuchte auch keine psychologische Hilfe. nunja Ich bin trotzdem der Meinung, denn schließlich kenne ich mich besser als sie breites Grinsen Nachdem ich dann letzte Woche jeden Tag regelrecht nur noch gefressen habe, habe ich mich entschlossen, sofort mit Weight Watchers aufzuhören. Eine Zunahme deswegen in der nächsten Zeit nehme ich in Kauf, denn ich glaube daran, dass ich es schaffen kann, entspannt abzunehmen, dank dieses Programms. Ich habe jetzt eine Woche lang akribisch aufgeschrieben, was ich mir in den Mund gestopft habe, jedes noch so kleinste Häppchen und gewusst, dass es so jedenfalls nicht weitergehen kann.

Jetzt bin ich bei Teil 2 und habe mir viele Gedanken darüber gemacht, wo ich am besten mit den Veränderungen anfange. Das war gar nicht so einfach, denn bei Weight Watchers habe ich von heute auf gleich alles auf einmal umgekrempelt. Verinnerlicht von dieser neuen Ernährungsweise habe ich rein gar nichts, wie ich jetzt feststellen musste. Ich spüre meinen Drang, am liebsten mehrere Baustellen aufzumachen, weiß aber genau, dass das tatsächlich so jedenfalls nicht dauerhaft funktionieren kann. Weight Watchers wirbt ja damit, dass man dauerhaft schlank bleiben kann. Das mag stimmen. Aber für mich passt das einfach nicht (jedenfalls nicht auf so abrupte Art), denn sonst hätte ich gerade auch in den letzten Wochen nicht dauernd diese wehmütigen Gedanken an meine alten Ernährungsgewohnheiten gehabt. Ohne Witz, ich habe sehr oft daran gedacht, wie schön das Leben war, als ich mir keine Gedanken um das Essen gemacht habe und einfach gegessen habe, wann und worauf immer ich Lust hatte! unglücklich Diesen Gedanken finde ich im Nachhinein sehr bedauernswert, denn das Leben kann doch auch schön sein, wenn man sich neue Verhaltensweisen aneignet! Deswegen habe ich mich an Angelikas Rat gehalten und esse nun, worauf ich Lust habe. Wenn sie mein Esstagebuch lesen könnte, dann würde sie wahrscheinlich kreischend die Hände über den Kopf zusammenschlagen und mir sagen, dass ich alles falsch mache, was es nur falsch zu machen gibt. Das ist für mich aber gerade nicht der Vordergrund, werde ich natürlich daran noch arbeiten. Nur für mich steht jetzt im Vordergrund, dass ich mich selbst austrickse, um zunächst die Fressattacken etwas abklingen zu lassen. Ich will mir bewusst machen, dass es keine Verbote gibt und dass mein Körper süß bekommt, wenn er süß will. An der richtigen Art, ihm etwas Süßes zu geben, werde ich aber selbstverständlich auch arbeiten. Ich spüre aber, dass es jetzt am Wichtigsten für mich ist, erst einmal wirklich nur dann zu essen, wenn ich auch Appetit oder gar Hunger habe. Während der letzten Tage habe ich nämlich auch immer dann gestopft, wenn ich nicht mal Lust auf Essen hatte. Den Grund dafür kenne ich bislang noch nicht, aber ich werde am Wochenende eine Auswertung der katastrophalsten Woche diesen Jahres vornehmen.

Nun übe ich, mich auf mein Essen - egal was und wieviel es ist - zu konzentrieren. Heute schaffe ich es, nur bei Appetit/ Hunger zu essen und mich ganz auf das Essen zu konzentrieren. Danach habe ich heute gegessen. Die Konzentration fällt mir noch sehr schwer, da ich ein sehr gedankenversunkener Mensch bin, wenn ich nichts anderes zu tun habe wie lesen, fernsehen, arbeiten, quatschen etc. Aber immerhin ertappe cih mich oft genug dabei, wie die Gedanken abschweifen und kann an mir arbeiten. Heute habe ich es sogar geschafft, nach dem Mittagessen "nur" eine halbe Tafel Schokolade zu essen. Um himmels willen, ich bin nicht stolz darauf, dass es trotzdem die Hälfte war, aber ich bin stolz darauf, dass ich es geschafft habe, den Rest liegen zu lassen, als mir mein Körper signalisiert hat "Es reicht mir jetzt. Hör bitte auf!" Dass ich das geschafft habe, macht mich stolz! Und wenn ich anfange, nach und nach meine Essgewohnheiten auseinanderzunehmen, arbeite ich auch ganz hart daran, die Schokoladenmenge zu reduzieren - aber eines nach dem anderen. Angelika hat recht mit den kleinen Schritten, in denen man Veränderungen vornehmen soll. Ich kann auch keinen Tanz erlernen, wenn ich die Grundschritte nicht beherrsche.

Ich hoffe, dass ich euch jetzt nicht mit meinen langen Ausführungen gelangweilt habe und dass ihr mir den einen oder anderen Tipp geben könnt, wo ich am Besten weitermache (oder ob mein Anfang zumindest schon mal ok ist oder ob das wiederum zu wenig ist?). Mit meinem Mann kann ich über solche Dinge nicht sprechen, da kommen nur so altkluge Sprüche wie "eine halbe Tafel Schokolade am Tag muss ja nicht sein" oder "Du musst einfach versuchen, es nicht zu übertreiben. Du musst ja nicht zwei Eis am Tag essen, sondern es kann dir ja auch eins genügen" etc. Ach was, das weiß ich selbst! Aber wenn einen Fressattacken ohne Ende plagen, dann schaltet eben einfach alle Vernunft aus und das einzige, was er mit solchen Dingen erreicht, ist, dass ich auf absoluten Durchzug schalte und heimlich esse! Damit ist mir einfach nicht geholfen. Ich mache ihm da keinen Vorwurf. Er weiß eben nicht, wie das ist, dauernd nur ans Essen denken zu müssen, ob man will oder nicht, häufig ohne Grund irgendwas in sich reinzustopfen (oft auch heimlich) und unter der ganzen Situation zu leiden. Aber ich hoffe, dass ich hier auf mehr Verständnis für meine Probleme stoße und ganz viel Unterstützung bekomme bei meinem weiten Weg ins Schlanksein.

Hoffentlich waren meine Gedankensprünge jetzt nicht allzu wüst. Aber in sprudelt es einfach nur so und das zu sortieren, fiel mir sehr schwer. Also einfach nachfragen, wenn ich mich verwirrend ausgedrückt haben sollte. breites Grinsen

Liebe Grüße
Kata
 
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offline Uschi  

nicht registriert
Beitrag Re: ST-Teil 2  26.06.2008 • 07:25


Guten Morgen liebe Kata,
ich bin auch keine Expertin aber ich wollte Deinen Bericht nicht unbeantwortet stehen lasen.
Ich verstehe sehr gut was Du meinst und wie Du Dich fuehlst. Ich denke dass es nicht einfach ist seine Ernaehrungsweise und somit sein Leben umzumodeln. Essen ist ja so viel mehr als nur Nahrung. Die Schwierigkeit von ST liegt nun darin dass es eben keine strengen Regeln oder Essensplaene gibt. Das zwingt Uns ueber Uns nachzudenken und Gedanken zu machen. Gar nicht so einfach.
Du bist mit Recht stolz auf Dich. Mit nur einer halben Tafel Schokolade hast Du den ersten Schritt in die richtige Richtung gemacht. Das finde ich toll und bewunderswert. Mach so weiter, morgen ist es vielleicht nur noch ein Viertel und naechste Woche guckst Du Deine Schokolade an und sagst "Hm, also heute brauche ich eigentlich gar keine. Ich kann ja morgen wieder davon essen, wenn ich das moechte."
Vielleicht kann Dir auch die Joker-Methode helfen (ich glaube die kam schon in Teil 2).
Auf jeden Fall lass Dir nichts einreden, Du hast einen ersten Schritt gemacht und warst dazu noch super mutig Dich von einem strengen Prgramm zu loesen.
Kopf hoch und weiter so!
Ich glaube an Dich. glücklich
LG
Uschi
 
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offline caro_baby  

343 Beiträge

D - bei Stuttgart
Beitrag Re: ST-Teil 2  26.06.2008 • 08:18


Liebe Kata,

ich kann gut verstehen, wie du dich fühlst, und es tut dir bestimmt gut, mal zu erzählen, wie es dir geht, was dich frustriert und welche Gedanken dir einfach durch den Kopf gehen.

Ich finde es ganz toll, dass du dich mit dir auseinandersetzen möchtest, dass du den Dingen auf den Grund gehen willst. Dazu gehört eine Menge Mut, weil man sich zwangsläufig mit Dingen beschäftigt, die man eigentlich lieber verdrängen will. Seinen Körper wieder kennenzulernen, das ist ein tolles Gefühl. Mit dem Trainingsprogramm zusammen schafft man es, sich wieder wohler in seinem Körper zu fühlen, über sich selbst so viel zu erfahren. Das geht vielleicht nicht so schnell, aber die Veränderung die in deinem Kopf stattfindet, ist nachhaltig.

Dieses "alles auf einmal wollen" kenne ich auch so gut. Und meistens klappt dann gar nichts mehr. Und die Frustration ist noch größer als vorher. Versuch dich nur auf ein oder zwei Punkte zu konzentrieren. Wenn du sie verinnerlicht hast, dann kannst du dich mit der nächsten Veränderung beschäftigen. Z.B. nur auf das Trinken und langsam essen konzentrieren. Und das versuchst du ja auch schon, und das finde ich toll.

Du kannst so stolz auf dich sein, dass du nur die halbe Tafel Schokolade gegessen hast. Stell dir vor, was du da für Kalorien gespart hast, und wenn du öfter etwas weniger ißt, dann summiert sich das. Die Kalorien sind zwar nicht das Wichtigste, aber es ist auch eine Motivation. Und dass du gespürt hast, dass es genug ist, dass ist ja noch so viel mehr wert!!! glücklich

Wenn deine Gedanken fast den ganzen Tag nur noch ums Essen kreisen, dann ist es so gut, den Druck rauszunehmen. Dann bist du hier auf dem richtigen Weg!!

Ich finde es mutig, dass du angefangen hast, dich mit dir auseinanderzusetzen, und wünsche dir dabei ganz viele gute Erkenntnisse, viel Kraft und Erfolg!!

Wir schaffen das!!

Liebe Grüße

Julia
 
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offline Oly  

250 Beiträge
Beitrag Re: ST-Teil 2  26.06.2008 • 16:54


Liebe Kata,

herzlich Wilkkommen bei uns! glücklich

Es tut immer gut, wenn man jemanden erzählen kann, wie es einem geht. Manchmal ist es auch noch besser, wenn man sein Gegenüber nicht unbedingt persönlich kennt. Es erfordert sehr viel Mut, sich mit sich selber und den eigenen Problemen zu beschäftigen, es ist nicht immer einfach, aber im Laufe des Weges fällt es einem immer einfacher. Es ist unglaublich welche Erkenntisse und Erfahrungen man dabei machen kann.
Das schöne an dem Schlankprogramm ist, dass sich jeder das herauspicken kann, was er gerade braucht und das man es in seinem eigenen Tempo machen kann. Ich kenne nur allzugut das GEfühl immer alles auf einmal zu machen, das Problem dabei ist, dass es nie lange klappt und ich dann total frustriert bin. Deswegen Schritt für Schritt und erst, wenn sich eine Aufgabe und neue Gewohnheit gefestigt hat, eine neue vornehmen.

Super, dass Du "nur" die halbe Tafel Schokolade gegessen hast. Du hast Deinen Körper gehört und auch wirklich auf ihn gehört, als er dir signalisiert hat, das er genug hat. Das ist eine riesen Leisung und Du kannst wirklich stolz auf Dich sein. Du wirst in den nächsten Wochen und Monaten merken, dass es Dir immer leichter fällt und Du Dich immer besser kennen lernst und weißt, was genau Du gerade brauchst. Natürlich wird es auch Rückschläge geben, jeder hier kann davon berichten, dann heißt es nicht verzweifeln, abhacken und Dir vor Augen führen was Du schon geschafft hast und dann weiter machen.

Viele Grüße OLy
 
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offline Kata  

9 Beiträge
Beitrag Re: ST-Teil 2  26.06.2008 • 21:26


Hallo ihr Lieben,

vielen, vielen Dank für eure lieben Worte! Die haben mir wirklich gut getan und ich denke, dass ich jetzt weiß, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

Es tut tatsächlich gut, mal seine Gedanken jemandem mitteilen zu können, den man nicht kennt, der einen aber nur zu gut verstehen kann. Ich liebe meinen Mann über alles, aber leider führt dieses Thema oft zu Streitereien zwischen uns, weil ich teilweise wirklich von nichts anderem mehr spreche. Er hat ja Recht, im Moment bestimmt das Essen mein leben, nicht umgekehrt, aber es ist schon sehr belastend, dass ich mit ihm darüber nicht mehr offen sprechen kann. Er ist immer gleich genervt und kommt dann mit den von mir schon angesprochenen klugen Ratschlägen, die mir nicht helfen. Ich arbeite auch daran, dass ich mich versuche, so viel wie möglich von den den Gedanken abzulenken, aber ein Jahr Punktezählen hat einfach seine Spuren hinterlassen.

Ich habe Tag für Tag durchgeplant, was ich am nächsten Tag essen werde (oft sogar schon für eine Woche im Voraus). Da war einfach kein Platz für spontane noch so kleine "Leckerlis". Immer musste alles eingeplant sein. Nur ganz selten bin ich spontan von meinem Plan abgewichen, habe aber immer zugesehen, dass die Punkte nicht überzogen werden. Das ich diese Verhaltensweise nicht von einem auf den anderen Tag wieder vergesse, versteht sich wohl von selbst. Das ist das Einzige, was ich mir dauerhaft angewöhnt habe - leider *seufz*.

Aber ich habe auch beschlossen, dass nicht das Essen mein Leben bestimmen soll. Klar, ich liebe Essen, aber ich will auch lernen, es zu genießen.

Womit ich grad schon wieder eine Frage hätte: Wie macht ihr das? Wie konzentriert ihr euch wirklich nur auf euer Essen? Denkt ihr dann nur daran, wie es aussieht, riecht und schmeckt? Oder lasst ihr euren Gedanken einfach freien Lauf? Wie ich oben ja schon angesprochen habe, bin ich ein sehr gedankenverlorener Mensch. Wenn ich für mich alleine bin, dann hänge ich allen möglichen Gedanken nach, auf der Straße erkenne ich keine Bekannten/ Freunde und beim Essen denke ich auch an alles mögliche, aber nicht an mein Essen. Ich ertappe mich immer wieder dabei und versuche, meine Gedanken wieder auf das Essen zu richten, aer das will noch nicht so recht klappen. Habt ihr vielleicht noch Tipps für mich?

LG
Kata
 
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